VDSL ausreizen

Seite 6: Fazit

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Die VDSL-Technik stellt bisherige Anschlussarten in den Schatten – man spürt eine deutliche Zunahme der Download-Geschwindigkeit, und mit ein wenig Handarbeit lassen sich bis dato im Privatbereich nicht gekannte Durchsatzraten erzielen. Neue Linux-Distributionen oder andere Inhalte von DVD-Kapazität sind so nicht mehr in Tagen, sondern in Stunden zu haben und der Download von MP3-Songs aus dem iTunes-Store dauert nur noch einen Wimpernschlag. Mit dem Router kann man sich leicht anfreunden, sollte aber umgehend nach der Inbetriebnahme die aktuelle Firmware-Version einspielen. (rek)

KĂĽrzer ist schneller

VDSL erzielt den enormen Geschwindigkeitszuwachs gegenüber ADSL2+ durch einen simplen Trick: Die Kupferleitung wird drastisch verkürzt. Dadurch nimmt die Dämpfung stark ab, und deshalb kann die Frequenzbandbreite erhöht werden, von der die Datenrate einer Übertragungstechnik grundlegend abhängt.

VDSL2 kann für die Übertragung über 30 MHz nutzen, ADSL2+ lediglich 2,2 MHz. ADSL2+ ist für mehrere Kilometer lange Strecken konzipiert und kann deshalb nicht schneller übertragen, während VDSL nur auf kurzen Strecken seine hohe Geschwindigkeit entfaltet. Im Mittel sind die Kupferdoppeladern bei VDSL2-Anschlüssen in Großstädten 300 Meter lang – sie führen nur bis zum Kabelverzweiger, der für VDSL zum Outdoor-DSLAM aufgerüstet ist (Digital Subscriber Line Multiplexer). Der DSLAM stellt die Anbindung zur Vermittlung über Glasfasern her.

Eine solche Infrastruktur – kurze Kupferstrecke zum Teilnehmer und optische Übertragung zur Vermittlung – nennt man Fiber To The Curb (FTTC, Glasfaser zum Bordstein). Die Telekom will VDSL auf Kupferleitungen anbieten, die maximal 900 Meter lang sind. Laut Spezifikation lassen sich dabei und in Kombination mit üblicher Leitungsqualität rund 50 MBit/s übertragen. Die Leitung, an der wir VDSL getestet haben, überbrückt bis zum DSLAM rund 600 Meter und hat einen Leitungsquerschnitt von 0,4 mm².

Eine probeweise am Anschluss eingesetzte Fritz!Box WLAN 7540V ermittelte in Kombination mit dem DSLAM der Telekom eine Leitungskapazität von 46.544 kBit/s in Empfangsrichtung und 11.704 kBit/s in Senderichtung. Für die Übertragung handelte das Pärchen wie vom Netzbetreiber festgelegt 25.088 kBit/s sowie 5052 kBit/s aus. Geht man davon aus, dass viele Leitungen in Großstädten sogar noch kürzer sind als dieser Testanschluss, ist leicht vorstellbar, dass die Telekom deren zusätzliches Potenzial für noch höhere Geschwindigkeiten nutzen könnte – wenn die ersten Kinderkrankheiten ausgestanden sind und sich alle VDSL-Komponenten vom Router über das Modem bis hin zum DSLAM als als sattelfest erweisen.

(rek)