Spiegelndes iMac-Display: Was Sie tun können

Seite 3: Alternatives Glas

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Für Vitrinen und Schaukästen in Museen gibt es (nicht angerautes) Spezialglas, das die Reflexionen von Scheinwerfern und anderen Lichtquellen wirkungsvoll mindert, sodass man fast störungsfrei auf die Exponate blicken kann. Warum also nicht eine solche Scheibe im Tausch vor den iMac setzen?

Um das Frontglas vom Rechner zu lösen, nimmt man am besten zwei "Kipphebelsaugheber", wie Glaser sie verwenden und wie man sie für weniger als zwanzig Euro im Internet beziehen kann. Man setzt diese am oberen Rand der Scheibe an und zieht sie zu sich hin, während jemand anderes den iMac festhält. Ist man allein, muss man den Rechner vorher auf den Rücken legen.

Die iMac-Scheibe wird von Magneten gehalten. Das Display darunter ist ebenfalls nicht entspiegelt.

Zum Vorschein kommen an das Glas geklebte Metalllaschen, die die Scheibe unten im Gehäuse fixieren und oben, rechts und links magnetisch festhalten. Das Glas ist an allen vier Rändern von hinten schwarz lackiert, um Magnete, Schrauben, Kamera, Mikrofon und Befestigungen im offenen Gehäuse zu überdecken. Das von Apple verwendete Panel hinter der Frontscheibe ist ein Glossy-Display, spiegelt also selbst bereits. Keines der von uns getesteten Spezialgläser konnte diese Reflexionen mindern, doch die Gesamtspiegelung war deutlich geringer. Besonders geeignet erschienen uns Conturan von Schott, das Artglass UV70 von Groglass und Plexiglass Gallery UV100AR von Degussa.

Eine entspiegelte Ersatzscheibe müsste in etwa die gleiche Dicke von 1,7 mm und die gleiche Form wie das Originalglas des iMac (52,6 x 31,95 cm beim 21,5-Zoll-Modell) mit zwei abgerundeten Ecken haben, zudem passend lackiert und zumindest seitlich mit magnetischen Metallstreifen versehen sein. Bisher gibt es so etwas nicht. Einige von uns befragte Glas-Spezialisten haben die Idee überprüft, ob ihre Firmen solch eine Scheibe anbieten könnten – und den Gedanken verworfen. Offenbar ist der Aufwand zu groß. Im Übrigen sind auch alle genannten Spezialgläser dicker als 1,7 Millimeter und würden über den unteren Gehäuserand hinausstehen.

Man könnte auch das Panel ohne vorgelagerte Scheibe betreiben. Durch die fehlende Umrandung würde subjektiv Schwarz, etwa beim Betrachten von Filmen, nicht mehr so satt wirken. Vor allem aber störte der Blick auf die Technik um das Panel herum. Mit einem etwa 25 Millimeter breiten, passenden Blendrahmen könnte man dieses Problem zwar umgehen. Bisher wird so etwas nach unseren Recherchen aber nicht angeboten. Direkt auf dem Panel erzeugten die von uns getesteten Folien übrigens keine bunten Moiré-Punkte. Da es nicht so stark reflektiert wie die Frontscheibe, fiel ohne diese der Entspiegelungseffekt aber auch deutlich magerer aus.