c't 21/2021
S. 92
Test & Beratung
E-Commerce
Bild: Albert Hulm

Globales Dorf – lokaler Markt

Ein- und verkaufen auf regionalen Internet-Plattformen

Für Online-Einkäufe kommen nicht nur Handelsriesen à la Amazon in Betracht, sondern auch regionale Online-Marktplätze. Sie bringen Vorteile für Kunden und Händler: Der virtuelle Schaufensterbummel ermöglicht Online-Einkäufe und motiviert außerdem zum Besuch der gelisteten Geschäfte.

Von Dr. Hans-Peter Schüler

Als Kunde bringt Ihnen der Einkauf per Internet den Komfort, vom Sofa aus und nach Ladenschluss zu shoppen. Im Corona-Lockdown ließen sich manche Dinge sogar nur so beschaffen. Als Händler bietet Ihnen das Internet eine Plattform, auf der Sie sich mit Ihrem Service vorstellen können, und vor allem erschließt es Ihnen zusätzliche Verkaufsmöglichkeiten. Um die Umsätze, die Ihnen Amazon und Co. im Corona-Lockdown weggeschnappt haben, wieder aufzuholen, sollten Sie einmal über E-Commerce nachdenken, besonders darüber, dass Sie die lokale Kundschaft viel besser bedienen als die anonymen großen Plattformen.

Kunden finden bei Handelsriesen wie Amazon und eBay zwar sicher alles, was sie suchen, doch um das zu nutzen, müssen sie sich meist auf unbekannte Anbieter und überregionale Zustellung einlassen. Mit den Läden in ihrer Umgebung kennen sie sich dagegen weit besser aus, und diese haben sich auch auf ihre Käufer eingestellt. Für Geschäfte ist das ein Heimvorteil: Käufer können Artikel, die sie im Schaufenster sehen, im Webshop auch dann kaufen, wenn der Laden geschlossen hat. Die Waren könnten sie dann per Fahrdienst nach Hause liefern lassen, vor Ort abholen oder einen Termin zur Anprobe vereinbaren. Auch die gute Beratung durch den Fachhandel ließe sich online auf Zeiten nach dem Ladenschluss erweitern.

Turbo fürs Ladengeschäft

Prinzipiell können Händler von jeder Art Webauftritt zusätzliche Geschäfte erwarten. Das Maß der Umsatzsteigerung hängt vom angestrebten Auftritt und von der Art der Einführung ab. Außerdem lohnt sich die Überlegung, welche Kaufgelegenheiten Sie anbieten wollen.

Als Modehändler etwa können Sie das Dilemma überregionaler Webshops umgehen, dass viele Kunden mehrere Kleidungsstücke bestellen, von denen sie nur eins haben wollen. Die restlichen kommen dann unter Verweis auf das Rückgaberecht als Retoure zurück. Wenn Sie Ihren Kunden diese Auswahl – notfalls nach Terminvereinbarung – in Ihrem Laden anbieten, kommen Sie mit einem schlankeren Warenlager aus und vermeiden die Übernahme zurückgesendeter Waren.

Eine Vorstufe zum Internethandel bieten sogenannte Onlineschaufenster. Damit sind Vorstellungen auf einem Portal gemeint, das eine Region oder womöglich nur ein einzelnes Einkaufszentrum abdeckt. Jeder Laden stellt in diesem Portal sich selbst und sein Produktportfolio vor, implementiert aber keine Kauffunktionen. Ein Besucher kann allenfalls online prüfen, ob ein Produkt am Lager verfügbar ist, um es persönlich abzuholen. Mehr als 300 solcher Schaufenster finden sich nach Städten und Branchen sortiert unter der Adresse www.lieblingsladen.de. Zum Beispiel pflegt der Immobilienverwalter ECE Portalseiten mit digitalen Schaufenstern für die Ladenmieter in gut 60 seiner Einkaufszentren.

In einem Schaufenster brauchen Sie nur Beispiele aus ihrem Warensortiment abzubilden. Bei dieser Art von Webauftritt vermeiden Sie einige rechtliche Anforderungen zu den erforderlichen Produktangaben, etwa zum Preis. Außerdem müssen Sie für die Schaufensterangaben weder Ihr Warenwirtschaftssystem noch Kundendaten berücksichtigen.

Rentabler im Marktplatz

Um mit einem individuellen Online-Shop nennenswerte Onlineerlöse zu erzielen, müssen Sie als Händler abschreckende Einstiegshürden überwinden. Ein ausgewachsener Webshop kostet Lizenz- und Hostingbeträge, dazu kommt Entwicklungsarbeit fürs Webdesign, Beratungsaufwand, um rechtliche Fußangeln zu vermeiden, und nicht zuletzt ein Budget für Werbung, um Besucher anzulocken. Außerdem müssen Sie für jeden Artikel, den Sie online verkaufen wollen, Zeit in eine möglichst bebilderte Artikelbeschreibung investieren. Wenn Sie Kühlschränke verkaufen, ist das schnell erledigt, aber in einer Boutique sieht das schon anders aus.

​Berater für werdende Onlinehändler beziffern die Projektkosten für einen eigenständigen Interneteinstieg mit Beträgen ab 50.000 Euro [1]. Kein Wunder, dass viele Einzelhändler davor zurückschrecken und sich das Geschäft zähneknirschend von globalen Handelsriesen wegschnappen lassen. Billiger kommen Sie mit einem Baukasten-Webshop à la Shopify zur Miete oder einem Multi-Vendor-fähigen System wie Jungleworks oder cs.cart on Premises weg. Bei Shopify müssen Sie sich um die Anpassung Ihres Ladens und um rechtliche Belange wie Impressum, AGB und Datenschutzerklärung selbst kümmern, Anbieter wie der cs.cart-Distributor Shopfreaks offerieren dafür eigene Dienstleistungen, etwa, indem sie günstige Designvorlagen vermitteln und Muster für die rechtlichen Erklärungen bereit halten.

Wenn es in Ihrer Region bereits einen Marktplatz gibt, können Sie sich dafür einfach mit Ihren Basisdaten (Firmenname, Anschrift, Umsatzsteuer-ID, Profilbild Ihres Ladens) registrieren. Sie erhalten daraufhin für eine monatliche Miete und eine umsatzbezogene Provision einen vorkonfigurierten Webshop mit vorschriftsgemäßem Impressum, AGB, und Datenschutzerklärung und eine Artikelsuchmaschine. Alle registrierten Webshops finden sich in einem örtlichen Verzeichnis wieder. Eine Qual der Wahl haben Sie dabei nicht – uns ist nur ein einziges Gebiet mit mehr als einem regionalen Marktplatz bekannt: In der Region Ortenau konkurriert eBay-Deine Stadt mit dem Portal Ortenau.online.

Einziehen bei den Lokalmatadoren

Gibt es keinen regionalen Marktplatz, der zu Ihnen passt, bleiben Ihnen zwei Auswege: Der einfache führt über Anbieter wie Atalanda oder eBay. Dort können Sie Ihren eigenen Webshop beziehen und Ihr Laden ist auf Anhieb überregional erreichbar, aber nur indirekt auffindbar – nämlich dann, wenn man bei der Artikelsuche auf eines Ihrer Angebote stößt. Dann findet man in der Artikelseite auch einen Link auf Ihr Geschäft und kann sich im Gesamtangebot umsehen. Unabhängig davon können Sie die Webadresse natürlich selbst promoten, etwa im örtlichen Anzeigenblatt.

Ein ambitionierterer Weg macht Sie selbst oder Ihre Gemeinde zum Plattformanbieter: Dafür ersteht ein Marktplatz-Initiator die Lizenz zu einem sogenannten Multi-Vendor-Webshop. Das ist eine Software, die Präsentationen mehrerer separater Händler mit eigenen Shops zulässt, aber allen dieselben Funktionen zum Verwalten von Warenkörben, Kundendaten und Bestellvorgängen bereit stellt und die typischerweise auch deren gesammeltes Artikelangebot in einer übergreifenden Suchmaschine berücksichtigt.

Auf einem solchen virtuellen Ladencenter entwickelt man selbst oder mit Hilfe einer Berateragentur ein oder mehrere Webshop-Designs und vermietet Shop-Präsenzen an örtliche Händler. Dieser Weg ist noch etwas steiniger, als einen Shop nur für sich selbst zu konfigurieren. Doch damit lassen sich Lizenzgebühren und die Kosten fürs Webdesign auf mehrere Marktplatzteilnehmer verteilen, und mit den Beiträgen der anderen Verkäufer können Sie sogar Gewinne erzielen.

​Unabhängig davon, ob Sie selbst einen Marktplatz schaffen oder bei einer bestehenden Plattform einsteigen wollen – womöglich springt Ihnen sogar die örtliche Stadtverwaltung zur Seite, weil ein solcher Marktplatz die Geschäfte im Stadtkern fördert und zur Belebung der Innenstadt beiträgt [2].

​Im Folgenden geben wir einen Überblick über etablierte lokale Handelsplattformen, auf denen sich Händler direkt registrieren können.

Atalanda

Webshops bei Atalanda entsprechen einem Standardlayout unter der einheitlichen Kopfleiste des Marktplatzes.

Atalanda betreibt einen eigenen überregionalen Webshop, in dem man nach Registrierung seinen eigenen Laden mit standardisiertem Weblayout präsentieren kann. Jeder Teilnehmer erhält eine eigene Frontseite mit einem Register zur schematisierten Geschäftsbeschreibung.

​Ein weiteres Register beherbergt eine Katalogseite zum angebotenen Artikelsortiment, untergliedert in eine detaillierte, aber nicht anpassbare Hierarchie von Produktkategorien. Damit können Sie Ihre Waren genauso klassifizieren, wie Sie das mit Google Shopping für Werbebanner täten. Zur Einrichtung eines Webshops lädt man ein Foto des Geschäfts hoch und trägt die Stammdaten in ein Formular ein.

Prinzipiell muss man als Shopbetreiber keine Software installieren, es sei denn, man benötigt Skripte, etwa zur Anbindung an sein Warenwirtschaftssystem. Wie immer im digitalen Einzelhandel ist es unvermeidbar, jeden Artikel mitsamt Stammdaten wie Beschreibung, Produktkategorie, Varianten, Preis und Foto ins System einzupflegen. Wer bereits einen Webshop betreibt, kann daraus die meisten Artikelstammdaten an Atalanda übertragen. Anderen Teilnehmern will das Unternehmen die Artikelpflege mit einer kostenlosen Betreuung erleichtern. Dabei kann sich zum Beispiel herausstellen, für welche angebotenen Markenartikel schon Daten im System vorliegen, und ob diese automatisch als Vorbelegung in einem neuen Shop verwendet werden dürfen.

Auf der Startseite von Atalanda sind Teilnehmershops nicht direkt erreichbar. Sie werden für Kunden erst dann sichtbar, wenn ein dort angebotener Artikel als Treffer bei einer Artikelsuche erscheint. Shopinhaber können ihren Atalanda-Auftritt aber mit einer eigenen Domäne verknüpfen und durch Werbung dafür selbst für Besucherandrang sorgen.

​Sowie sich genügend Shop-Betreiber aus einer Stadt eingefunden haben, bündelt Atalanda deren Auftritte in einem regionalen Marktplatz. Danach werden die Angebote dieser Shops auch in regionalen Artikelsuchen angezeigt. Außerdem können sich Besucher des regionalen Marktplatzes die dort vertretenen Geschäfte auflisten lassen, um sie ohne vorherige Artikelsuche anzusteuern. Die Ladeninhaber müssen an der Einrichtung eines Marktplatzes aber nicht mitwirken und ihnen entstehen auch keine zusätzlichen Kosten für die Aufnahme in den lokalen Marktplatz.

Digitales MV

Unter shop.digitalesmv.de finden sich Webshops aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, erreichbar über Trefferanzeigen aus der Produktsuche.

Das Duo aus Shop und Marktplatz ist eine Einrichtung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt in diesem Bundesland ansässigen Unternehmen dreierlei Gelegenheiten, ihre Waren ohne Extrakosten übers Internet zu vermarkten: per Erwähnung auf der Marktplatz-Webseite, über dort verlinkte Händlerinitiativen mit eigenen Webseiten und über den gesonderten Webshop von Digitales MV.

​Bei marktplatz.digitalesmv.de registrierte Abhol- und Lieferservices sowie Onlineshops erscheinen in einer nach Kategorien gefilterten Google-Maps-Suche, sogar wenn sie bei Google Maps nicht registriert sind. Jeder Treffer aus der Kartensuche enthält – soweit vorhanden – einen Link auf die Website des Geschäfts. Als zweite Gelegenheit dient die Webseite als Katalog für aktuell 28 teils sehr kleine lokale „Händlerinitiativen“ – die in Wirklichkeit eigene Marktplätze mit separaten Händler- und Produktsuchen sind.

​Zwar weist die Initiative Digitales MV aktuell 748 Teilnehmer aus, aber obwohl unsere stichprobenartige Regionalsuche auf dem Marktplatz durchaus Sportgeschäfte mit reichhaltigem Fahrradangebot aufzeigte, blieb die Suche nach diesen Geschäften oder nach dem Artikel „Fahrrad“ unter shop.digitalesmv.de erfolglos. Man hätte erwarten können, die im Marktplatz gelisteten Geschäfte und deren Angebot auf Anhieb auch im Shop zu finden, doch dem ist nicht so: Diese Seite ist ein separater Webshop mit eigenen Teilnehmern.

Dieser Webshop ist vom Konzept her interessant für Firmen, die noch gar keine eigene Webseite haben. Händler können sich bislang kostenlos registrieren und angebotene Artikel so ähnlich vorstellen, wie man üblicherweise eine Auktion bei eBay einstellt. Ähnlich wie die Auktionsplattform präsentiert Digitales MV die gezeigten Artikel mitsamt den Stammdaten, AGB und Datenschutzerklärung des Anbieters sowie angebotenen Bezahlverfahren. Die Shop-Seite pflegt auch den Warenkorb beim jeweiligen Anbieter und betreut den Bestellvorgang.

eBay-Deine Stadt

Die Kartenansicht etwa von ebay-deine-stadt.de/luebeck enthüllt die riesige Anzahl der Lübecker Marktteilnehmer, von denen nur wenige ein eigenes Schaufenster drapiert haben.

Auf Marktplätzen unter Adressen vom Typ www.ebay-deine-stadt.de/<Ortsname> tauchen automatisch alle dort registrierten gewerblichen eBay-Verkäufer auf. Jeder der aktuell 14 Marktplätze erhält eine eigene Homepage im standardisierten Layout. Zuoberst erscheint eine Kurzvorstellung unter der Regie der jeweiligen Stadtverwaltung. Es folgen einige algorithmisch ausgewählte Artikelanzeigen, die Eingabeleiste für eine Artikelsuche und darunter eine regionale Suche mit Trefferanzeige per Google Maps. Noch weiter unten sammeln sich Kurzvorstellungen aller Läden, deren Inhaber sich die Mühe mit einer solchen Kurzpräsentation gemacht haben.

​Die Landkarte listet vor der ersten Sucheingabe alle eBay-Händler im Gebiet – solche mit und ohne eigene eBay-Shops. Das sind in der Regel so viele, dass die Software die meisten nur gruppenweise durch Leuchtturmsymbole anzeigt, bis man in die Karte hineinzoomt und die Gruppierung dadurch schrittweise auflöst. ​Für jeden selektierten Händler liefert die Website nur eine weiße Kachel mit Kontaktdaten und gegebenenfalls einen Link zum plattformgemäß stereotypen eBay-Shop.

Alle eBay-Marktplätze sind genau wie die Auktionsplattform auf Produkte statt Läden fokussiert. Damit kommen sie Verkäufern entgegen, die mit allem handeln, was sich gerade anbietet, und passen sich geschmeidig an variable Warensortimente an. Die Plattform berücksichtigt von vornherein nur die einmalig gemeldeten Bestände der lieferbaren Artikel. Dadurch müsste etwa ein Bäcker jeden Tag aufs Neue verkünden, dass er auch heute wieder 50 Dinkelbrote verkaufen kann. Nach Auskunft von eBay gibt es allerdings auch Werkzeuge, mit denen man aus einem permanent vorrätigen Artikelstamm regelmäßig die dortigen Angebotsmengen aufstocken kann.

​Trotzdem sind Händler mit konstanten Artikelangeboten nach unseren Beobachtungen bei eBay unterrepräsentiert. Etwa bei einer stichprobenartigen Artikelsuche nach „Fahrrad“ in ebay-deine-stadt.de/luebeck fanden wir Dutzende Angebote von Lenkergriffen, Pedalen und Fahrradklingeln, aber kein einziges Fahrrad. Die entsprechende Regionalsuche lieferte sieben Anbieter, darunter als beste Adressen zwei Handelsagenturen, in denen es neben vielerlei Gemischtwaren auch vereinzeltes Fahrradzubehör zu kaufen gab. Die Lübecker Fahrradfachgeschäfte sind bei eBay – und damit auch bei eBay-Deine Stadt – allesamt nicht vertreten.

Locamo-Marktplätze

Bei Locamo errichten Gemeinden und Regionen lokale Marktplätze, auf denen sich gleichermaßen Händler, Dienstleister, Gastronomen und Vereine präsentieren können. Nebenbei geben diese Marktplätze mitunter auch Auskunft über Veranstaltungen, Kino- und VHS-Programm sowie über Jobangebote der Marktteilnehmer.

​Händler mieten auf ihrem örtlichen Marktplatz gegen monatliche Grundgebühr und Umsatzprovision einen standardisierten Webshop. Dessen Besucher können dort Waren aus diesem und anderen Läden in der Region in einen ladenübergreifenden Warenkorb legen und bezahlen. Alternativ können sich Händler genau wie andere Marktteilnehmer mit einer bloßen Listung auf dem Marktplatz begnügen. Das kostet weniger.

In der Produktsuche auf den Locamo-Marktplätzen, die weit unten auf der Seite locamo.info gelistet sind, kann man mit einstellbaren Radien nach den Produkten der registrierten Händler suchen. Für andere Recherchen bietet Locamo ebenfalls regional einstellbare untergliederte Filter, etwa für Restaurants nach Kategorien wie Mittagstisch, Imbiss oder Fastfood sowie nach kulinarischer Ausrichtung.

Die Stichprobensuche nach einer Tankstelle im Bereich rund um Dortmund lieferte uns ein Beispiel, wie deutlich sich ein Betrieb allein durch die Listung in einem regionalen Marktplatz gegenüber der Konkurrenz hervortun kann: Wir fanden bei der Gelegenheit nämlich nicht weniger als 48 Aral-Tankstellen und keine einzige andere.

Multi-Vendor-Shop-Lösungen

Außer den obigen Plattformen, die weitgehend vorkonfigurierte Slots für Webshops bereit halten, gibt es auch Multi-Vendor-Shops, die man zum Beispiel mit Shopify oder Jungleworks einrichten kann und auf denen Händler Platz für ihren eigenen Auftritt finden. Mit der Lizenz für ein solches Programmpaket hat ein Marktplatzbetreiber aber erst die halbe Miete, deshalb gehen wir hier nicht weiter auf reine Softwaredistributoren ein.

Anbieter wie Silver Solutions, Omnyfy oder die oben erwähnte Agentur Shopfreaks vermitteln zwar in erster Linie meist auch Software für eigenständige Marktplatzbetreiber, assistieren diesen dabei aber mit individuellen Dienstleistungen. Als deren Kunden kommen einerseits Händlerinitiativen in Betracht, anderseits aber vor allem Gemeinden, die vor Ort ansässige Geschäfte fördern wollen.

Lozuka

Diese Firma hostet für jeden Betreiber eines lokalen Marktplatzes einen eigenen Datenbereich ihrer Multi-Vendor-Software, in dem lokale Einzelhändler, Gastronomen und Handwerker ihre Geschäfte präsentieren können. Als Lozuka-Kunde stellen Sie Geschäftsleuten einen standardisierten, aber anpassbaren Webshop bereit und leisten lokalen Support, zum Beispiel für professionelle Ladenfotos oder Marketingmaßnahmen.

​Sie zahlen an Lozuka einen festen Prozentsatz des Gesamtumsatzes aller Webshops und finanzieren sich selbst gemäß Ihrem eigenen Geschäftsmodell über die Marktteilnehmer. Der Preis von Lozuka deckt auch direkten Support für die Shopbetreiber ab. Das Softwarehaus pflegt Schnittstellen für gängige Webshop- und Warenwirtschaftssysteme und berät Geschäftsleute, in welche Kategorie ihre Produkte passen und darüber, aus welchen Quellen sie automatisiert Stammdaten der angebotenen Markenartikel importieren können.

​Als einziger uns bekannter Anbieter verspricht Lozuka die Auslieferung gemischter Warenkörbe: Die Marktplatzsoftware ermittelt aus allen erfassten Einkäufen eines Kunden automatisch Fahrrouten und -aufträge für einen Auslieferungsdienst. Der sammelt die gekauften Waren bei den Händlern ein und speditiert sie für einen Pauschalpreis in einer einzigen Fuhre zum Käufer.

​Mit dem Gutschein- und Guthabensystem Awiti und der zugehörigen App können Verbraucher wie bei Payback Bonuspunkte für ihre Einkäufe sammeln.

Fazit

Um Ihr Ladengeschäft mit zusätzlichem Internetumsatz zu verstärken, brauchen Sie keinen klassischen Webshop aus dem Boden zu stampfen. Auf einem regionalen Onlineportal kommen Sie viel einfacher ins Geschäft. Dabei liegen die Schwerpunkte etwa bei eBay-Deine Stadt ganz auf den angebotenen Artikeln oder auf der reinen Geschäftspräsentation wie in einem Schaufensterportal. Regionale Marktplätze wie Atalanda, Digitales Mecklenburg-Vorpommern oder Märkte mit Locamo-Software bieten beides: Eine Suchmaschine, mit der Besucher Ihre Waren finden und kaufen können, und Webseiten, auf denen Sie sich mit Ihrer lokalen Expertise vorstellen.

​Wo es noch gar keine einschlägige Plattform gibt, können Sie mit Unterstützung von Anbietern wie Lozuka auch selbst eine ins Leben rufen, oder besser noch: Flüstern Sie diesen Tipp doch einmal ins Ohr Ihres Gemeindevertreters. Der verhilft Ihnen, Ihren Kunden und der ganzen Stadt zu einem Heimvorteil. (hps@ct.de)

Anbieter regionaler Online-Marktplätze
Anbieter Atalanda eBay-Deine-Stadt Locamo Lozuka Digitales MV
URL atalanda.com ebay-deine-stadt.de locamo.info lozuka.com marktplatz.digitalesmv.de
Kategorie überregionaler Marktplatz mit regionalen Einzelmarktplätzen Anbieter regionaler Plattformen für Ebay-Verkäufer überregionaler Marktplatz und
regionale Einzelmarktplätze
Anbieter von Multivendor-Marktplätzen 2 regionale Plattformen für Schaufenster und Webshops
Klientel Händler, Dienstleister,
Gastronomen und Lieferdienste,
Städte und Händlerinitiativen
Gemeinden Händler, Dienstleister, Vereine, Gemeinden Gemeinden und Händlerinitiativen Händler, Händler-Initiativen,
Gastronomen
Regionen bzw. Teilnehmer Marktplätze in derzeit 26 Gemeinden, 1700 Teilnehmer derzeit 14 Marktplätze, darunter Nürnberg, Lübeck, Chemnitz, Mönchengladbach, 4200 Teilnehmer derzeit 8 Marktplätze, darunter NRW, 2900 Teilnehmer mit und ohne Webauftritt derzeit 6 in Europa, davon 2 in Deutschland, Berlin „in Vorbereitung“ derzeit 748 Teilnehmer (28 Initiativen) in Mecklenburg-Vorpommern
Funktionen​​​​​
Services digitale Schaufenster, Online-Shops,Terminvereinbarung, Gutscheinsystem, automatische Abrechnung, Rechnungserstellung und Zahlungsabwicklung Frontseite mit knapper Stadt-Präsentation und „Beliebte Angebote” als Werbung dazwischen; Shop-Schaufenster, Shop des Monats händlerübergreifende Warenkörbe, monatliche Geschäftsanalyse „Logistikintegration”, also Lieferung gemischter Warenkörbe, automatische Zahlungsabwicklung, Preisanpassung bei Wiegeartikeln marktplatzweite Suchmaschine mit Regional-Filter
unterstützte Bezahldienste Paypal, VISA/Mastercard, SEPA-Lastschrift, Vorkasse Paypal, Klarna, VISA/Mastercard, SEPA-Lastschrift, Vorkasse Paypal, VISA/Mastercard, Amex, SEPA-Lastschrift marktplatzabhängig Paypal, Vorkasse
Schnittstellen für 21 Webshop- und Warenwirtschaftsysteme, für 17 Produktsortimente über Drittanbieter 5 für Webshop- und Warenwirtschaftssysteme, XML, JSON, XLS, CSV XML, CSV XML, XLS, CSV
Besonderheiten optional plattformweite Produktsuche gelistete Händler tauchen auch im überregionalen Ebay-Marktplatz auf. optional plattformweite Produktsuche Sammel-Auslieferdienst, Gutscheinsystem derzeit in Überarbeitung
Preis Einrichtung kostenlos, 29,95 €/Monat, 8 % Transaktionskosten inkl. Bezahldienst Ebay-Gebühren, keine Zusatzkosten für gelistete Händler Listung: 15,75 €/Monat,
Shop: 29 € / Monat, 3 - 9 % Provision exkl. Bezahldienst
99 € / Monat (Showcase),
ab 999 € / Monat + 1,0% vom Umsatz für Marktplatzbetreiber
Listung kostenlos, Shoppräsenz bis Redaktionsschluss kostenlos, künftig unbekannt

Weitere Infos: ct.de/ynwy

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