Neue M-Modelle von BMW

Im Interview bestätigte uns BMW M GmbH-Chef Dr. Kay Segler erstmals offiziell, dass ein M-Modell auf Basis des 306 PS starken 135i Coupé auf den Markt kommen wird. Außerdem: Details zum neuen M5

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  • pho
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München, 1. Juni 2010 – Anlässlich des Sieges eines BMW M3 GT2 beim 24-Stundenrennen am Nürburgring sprachen wir mit Dr. Kay Segler, dem Geschäftsführer der BMW GmbH. Dr. Segler bestätigte uns erstmals offiziell, dass 2011 ein M-Modell auf Basis des 306 PS starken 135i Coupés (40.100 Euro) auf den Markt kommen wird. Dessen genauen Namen wollte er allerdings nicht nennen. Die Bezeichnung "M1" dürfte ausscheiden, da ein so genannter Supersportwagen von 1978 bis 1981 insgesamt 460mal produziert wurde.

Der 135i M soll ein erschwingliches Fahrzeug werden, das jüngeren Käufern den Einstieg in die M-Welt ermöglichen soll. Daher werden sich die leistungssteigernden Maßnahmen auch im Rahmen halten. Aufgrund der geringen Restlaufzeit des 1er Coupés, auf dem der 135i M basiert, und der daraus resultierenden geringen Stückzahlen handelt es sich nach Einschätzung von Dr. Segler um ein "Collectors Car", also um ein Sammlerfahrzeug mit geringem Wertverlust oder gar mit Wertsteigerung.

Neue M-Modelle von BMW (16 Bilder)

BMW M GmbH-Chef Dr. Kay Segler: "Wir wollen M wieder jugendlicher machen".

Segler bestätigte auch den kommenden BMW M5, den wir in im Laufe des Jahres 2011 erwarten können. Von zuletzt zehn Zylindern wird der Motor des nächsten M5 auf acht turbobeatmete Zylinder abgespeckt. Die Maschine wird auf dem 555 PS starken Aggregat der Modelle X5 M und X6 M basieren, zur genauen Leistung macht Dr. Segler aber noch keine Hinweise. Wir schätzen, dass sie zwischen 580 und 600 PS liegen könnte. Leichtbaukonzepte – wie etwa das Karbondach beim aktuellen M3 Coupés – schloss Dr. Segler aufgrund der Größe des 5ers allerdings aus. Das Entwicklungsziel beim M5 laute, eine feinfühlige Ansprache wie bei einem Saugmotor hinzubekommen, bei gleichzeitiger Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 25 Prozent.

Herr Dr. Segler, 2009 war fĂĽr die Autoindustrie ein schwieriges Jahr. FĂĽr das erste Quartal 2010 sind von BMW allerdings schon wieder gute wirtschaftliche Zahlen vorgelegt worden. Wie ist denn fĂĽr die M GmbH das erste Quartal gelaufen?

2009 war natürlich extrem schwierig, nicht nur vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise, sondern auch weil es weltweit einige Händler schwer getroffen hat – nicht nur bei BMW. Insofern sind wir froh, dass der Aufschwung, der sich jetzt abzeichnet, auch den Händlern wieder Luft gibt. Das ist mir besonders wichtig, weil wir im letzten Jahr in Deutschland, Europa und der ganzen Welt begonnen haben, M-Schwerpunkthändler zu bilden. Dabei legen wir besonderes Augenmerk auf starke Händler, die sich auf M-Modelle konzentrieren und dafür entsprechende Ressourcen einsetzen.

Das Jahr 2010 ist für uns sehr gut gestartet, obwohl wir derzeit keinen M5 mehr im Angebot haben, der bekanntlich ausgelaufen ist. Und auch der M6 wird bald auslaufen. Insofern haben wir uns – anders als unsere Wettbewerber, die viele unterschiedliche Varianten im Angebot haben – auf einige wenige Modelle ausgerichtet: den M3, den X5 M und den X6 M. Dennoch liegen wir damit bisher deutlich über dem letzten Jahr und über den von uns selbst gesetzten Budgetzielen dieses Jahres. Hinsichtlich des doch sehr konzentrierten Angebots sind wir daher recht zufrieden.