Bericht: Saab sucht Hilfe bei BMW
- Gernot Goppelt
Der wieder selbstständige schwedische Autohersteller Saab will sich von BMW bei der Entwicklung und Produktion neuer Modelle helfen lassen. Nach unbestätigten Angaben des Stockholmer Wirtschaftsblattes "Dagens Industri" am Freitag verhandelt der neue niederländische Saab-Eigner Victor Muller mit dem bayerischen Konzern unter anderem über die Verwendung von BMW-Motoren und -Getrieben.
1949 lief die Serienfertigung des Saab 92 an.
Diese sollen bei einer neuen Version der Modellreihe 9.2 von Saab verwendet werden. Außerdem sei der Bau eines neuen Kleinwagens als Retro-Neuauflage des klassischen Saab 92 aus den 50er Jahren in "Tropfenform" auf der BMW-Mini-Plattform geplant, hieß es weiter. Ebenfalls vorgeschlagen werde aus Schweden, dass der deutsche Wunschpartner Dieselmotoren für den für 2011 angekündigten SUV 9-4X liefert. Beide Seiten seien interessiert, berichtete "Dagens Industri".
Muller hatte das seit Jahren mit hohen Verlusten operierende schwedische Unternehmen im Februar vom US-Konzern General Motors (GM) übernommen. Er gilt mit seinem bisherigen Sportwagen-Kleinunternehmen Spyker Cars als viel zu finanzschwach, um selbst die Kosten bei der Entwicklung neuer Modelle stemmen zu können.
Saab galt bisher als Konkurrent der Münchner, zwar nicht unbedingt auf Augenhöhe, aber doch mit ähnlichen Zielgruppen im Blick, Es wäre überraschend, wenn Spyker diesen Anspruch aufgeben würde. Ein Nutzen für BMW im Sinne von höheren Stückzahlen wäre andererseits in erster Linie dort gegeben, wo das Unternehmen nicht bereits mit PSA zusammenarbeitet. Das betrifft also vor allem eigene Dieselmotoren sowie allgemein Antriebe, die für höhere Fahrzeugklassen vorgesehen sind. Sie eignen sich aber weder für den 9.2, noch für einen Retro 92 und nur bedingt für den 9-4X . BMW äußert sich zu dem Bericht bisher nicht. (Mit Material der dpa) (ggo)