Daimlers große Pläne im Kleinwagensegment
- Gernot Goppelt
Daimler-Chef Dieter Zetsche will Mercedes-Benz zum führenden Anbieter von "Premium-Kleinwagen" machen, berichtet die Financial Times. Mit einer Reihe kleiner Modelle will Mercedes demnach am Erzrivalen BMW vorbeiziehen, was Rentabilität und Einnahmen betrifft, sagt Zetsche einem Interview mit der Zeitung. "Wir sind Marktführer mit der S-, E- und C-Klasse. Deswegen ist klar, welche Position wir im Segment kleiner Premium-Fahrzeuge erreichen wollen." Dabei würde die Partnerschaft mit Renault/Nissan helfen.
"In den Premium-Segmenten, die sich immer mehr in Richtung kleiner Autos verlagern, wollen wir mindestens den Marktanteil erreichen, den unseren Marke verdient. Unsere zukünftigen Produkte und die Kostensituation werden uns das erlauben. Daimler folgt dabei BMW und auch Audi, das mit dem A1 in diesen Wettbewerb eingestiegen ist. Daimler verkaufte letztes Jahr etwa 113.900 Smarts, BMW konnte vom Mini mehr als 216.000 Fahrzeuge absetzen. Während Mini profitabel ist, schreibt die Zeitung, sei es bei Smart gerade so über die Runden gekommen. Laut Zetsche soll es einen viersitzigen Smart auf Basis des Renault Twingo geben, zudem vier Versionen einen neuen A- und B-Klasse, die ab 2012 auf den Markt kommen sollen.
Zetsche verteidigt gegenüber Financial Times die Kritik einiger Analysten an der Partnerschaft mit Renault, die sie als provisorische Lösung bezeichnen. "Wir haben mit Fiat gesprochen, mit VW und BMW, was teilweise zu Ergebnissen geführt hat. Wir sind umgekehrt von Japanern angesprochen worden, von GM und einigen anderen. Wir sind aber zu dem klaren Urteil gelangt, dass Renault die beste Option für uns ist."
Der Daimler-Chef will die Position des Unternehmens als profitabelster Premium-Hersteller stärken, die es im ersten Quartal nach schweren Verlusten im letzten Jahr erlangte. "Bei Einnahmen und Profit liegen wir klar vor Audi und BMW. Diese Position wollen wir erhalten und ausbauen." Daimler will bis zum zweiten Quartal 2012 wieder eine Rendite von 10 Prozent erreichen. (ggo)