E-Mobilität: Hertz macht Dampf beim Aussortieren von Elektroautos
Offenbar geht dem Autovermieter Hertz das Ausmustern von E-Fahrzeugen nicht schnell genug. Mieter erhalten gĂĽnstige Kaufangebote fĂĽr recht neue Teslas.
Hertz hat kĂĽrzlich mehrere Mieter von Elektrofahrzeugen mit verlockend gĂĽnstigen Angeboten fĂĽr Autos wie Teslas kontaktiert. Damit verbunden war die Option, ihre geliehenen E-Mobile gar nicht erst zurĂĽckzugeben, sondern gleich zu kaufen. Ein Mieter eines Model 3 von Tesla aus dem Jahr 2023 teilte auf Reddit mit, dass ihm ein Kaufpreis von 17.913 US-Dollar angeboten worden sei. Der geliehene Wagen hatte erst etwa 30.000 Meilen (rund 48.280 Kilometer) auf dem Tacho, was sehr wenig ist fĂĽr vergleichbare Mietautos.
Einem anderen Vertragspartner habe der große US-Autovermieter einen Chevy Bolt von 2023 für 18.442 US-Dollar angeboten, berichtet The Verge. Ein Mieter eines Polestar 2 habe erklärt, eine Kaufofferte in Höhe von 28.500 US-Dollar erhalten zu haben. Hertz gibt die Gebrauchtwagen mit einer begrenzten 12-monatigen, 12.000 Meilen (knapp 20.000 Kilometer) umfassenden Garantie für den Antrieb und ein Rückkaufangebot innerhalb von 7 Tagen ab.
Ganz neu sei die Verkaufsstrategie nicht, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber The Verge. Man verbinde Mietkunden, die sich für den Erhalt von E-Mails entscheiden, schon seit Längerem "mit unseren Distributionskanälen", hieß es demnach. Dies steigere nicht nur das Bewusstsein dafür, dass Hertz prinzipiell Autos auch verkaufe, sondern biete Kunden ferner "einmalige Gelegenheiten", ein bereits quasi auf Probe gefahrenes Vehikel zu erstehen.
Hertz wollte als E-Mobilitätspionier auftrumpfen
Ursprünglich wollte der Vermieter die eigene Fahrzeugflotte bis Ende 2024 zu einem Viertel mit E-Autos bestücken. Insgesamt waren 165.000 E-Mobile geplant, mit Schwerpunkt auf Tesla und der schwedischen Marke Polestar. Daraus wurden letztlich nur rund 60.000. Im Januar 2024 dann die Kehrtwende: Hertz kündigte an, im Laufe des Jahres 20.000 Elektroautos verkaufen und dafür Abschreibungen in Höhe von insgesamt 245 Millionen US-Dollar in Kauf nehmen zu wollen. Es ging zunächst also um ein Drittel der eigenen E-Auto-Flotte. Wenig später wurden allein 30.000 Teslas daraus. Zudem stoppte der Vermieter den Kauf von Polestar-2-Fahrzeugen. Als Grund nannte er höhere Kosten für Reparaturen und aufgrund von Beschädigungen.
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Der Online-Marktplatz der Firma bietet derzeit noch einige einschlägige Schnäppchen. Der Ausverkauf von E-Autos könnte sich jedoch dem Ende neigen. Im März zählte Ars Technica auf der Gebrauchtwagen-Seite noch mehr als 2100 davon. Am Samstagabend waren es 171.
(nen)