Wegen SpaceX-Raketen: Flüge von Qantas mehrfach mit stundenlangen Verspätungen
Wenn SpaceX seine Starlink-Raketen testet, fallen diese am Ende in den Indischen Ozean. Eine geschichtsträchtige Flugroute wurde dadurch mehrfach gestört.
(Bild: Qantas)
Die australische Airline Qantas musste schon mehrere Flüge nach Südafrika stundenlang am Boden lassen, weil die US-Regierung vor herabstürzenden Teilen von SpaceX-Raketen im Indischen Ozean gewarnt hat. Die Langstreckenflüge auf der sogenannten "Wallaby-Route" haben sich dadurch um bis zu sechs Stunden verspätet, erklärte Ben Holland von Qantas dem Guardian. Eigentlich versuche sein Unternehmen, nötige Änderungen am Flugplan immer rechtzeitig vorzunehmen, aber zuletzt seien die Warnungen so spät gekommen, "dass wir einige Flüge erst kurz vor dem Abheben verschieben mussten". Auch wenn das nicht explizit gesagt wird, handelt es sich bei den Raketen wohl um das Starship, das am heutigen Mittwoch erneut abheben soll.
Verständnisvolle Fluggäste
Qantas führt demnach bereits Gespräche mit SpaceX, um herauszufinden, ob die betroffenen Areale stärker eingegrenzt und die jeweilige Vorwarnzeit verbessert werden können, um künftige Störungen auf der Flugroute zu verringern. Die Fluggäste selbst würden meist verstehen, dass die Ursachen für die Verspätungen nicht bei der Airline liegen, erklärt Holland noch. Die "Wallaby-Route" zwischen Australien und Südafrika gibt es seit mehr als 70 Jahren, anfangs waren mehrere Zwischenstopps nötig. Die erinnerten an die kurzen Hüpfer der gleichnamigen Kängurus, daher der Name. Inzwischen wird die Route aber ohne Zwischenstopp geflogen und ist laut Financial Times vor allem bei Touristen und Managern der Bergbauindustrie beliebt.
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Störungen des Luftverkehrs durch Raumfahrtaktivitäten sind zwar selten, kommen aber immer wieder vor. Das liegt dann vor allem an einer fehlenden Vorwarnzeit. Als im Herbst 2022 die 20 Tonnen schwere Hauptstufe einer chinesischen Trägerrakete unkontrolliert abstürzte, war kurzzeitig der spanische Luftraum gesperrt worden, weil die Trümmer dort hätten abstürzen können. Letztlich war sie über dem Pazifik in zwei Teile zerbrochen und in den Ozean gestürzt. SpaceX hat für die Testflüge seiner Riesenrakete Starship den Indischen Ozean auch deshalb als Zielpunkt ausgesucht, weil die Gegend besonders abgelegen ist. Die Erfahrungen von Qantas zeigen aber nun, dass der Luftverkehr trotzdem betroffen ist.
(mho)