Dienstag: Meta-Faktenprüfung außerhalb der USA, Funkloch-Gesellschaft vorm Aus

Faktencheck bei Meta + MIG wird abgewickelt + Gefälschte AMD-Prozessoren in China + Streit um Hightech-Lizenzgebühren + Einsatz gegen Geoblocking

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Fact vs Fake, dazu Text: DIENSTAG Meta-Faktencheck, Funklöcher, AMD-Prozessoren, EU-China-Streit & Geoblocking

(Bild: Dilok Klaisataporn / Shutterstock.com / heise online)

Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Andreas Knobloch

Der Social-Media-Konzern Meta wird sein Faktenprüfungsprogramm außerhalb der Vereinigten Staaten "vorerst" fortführen. Das könnte auch mit gesetzlichen Regularien, beispielsweise in der Europäischen Union, zu tun haben. Die Bundesregierung hält derweil an ihrem Vorhaben fest, die Anfang 2021 gegründete staatliche Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) abzuwickeln. Bis Ende dieses Jahres soll die Gesellschaft stillgelegt sein. Und in China sind Fälschungen des schnellsten Prozessors für PC-Spiele aufgetaucht – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Anfang des Jahres kündigte der US-Konzern Meta, zu dem soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram gehören, ein Ende der Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern an. Stattdessen sollen User Inhalte per Community Notes nach dem Vorbild von X selbst bewerten. Einher ging die Ankündigung, die zeitlich mit dem Einzug der neuen Regierung Donald Trump ins Weiße Haus zusammenfällt, mit Zensurvorwürfen von Meta-Chef Mark Zuckerberg Richtung Europäische Union wegen deren strenger Regularien. Sie könnten auch eine Rolle spielen, dass Meta nun ankündigt, sein Faktenprüfungsprogramm außerhalb der USA "vorerst" beizubehalten. Meta setzt vorerst weiter Faktenprüfer außerhalb der USA ein

Die Anfang 2021 gegründete staatliche Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) ist ein Produkt des milliardenschweren Mobilfunkförderprogramms des Bundes. Sie sollte dabei helfen, weiße Flecken im Mobilfunknetz zu schließen, die aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit nicht von den Netzbetreibern ausgebaut werden. Kritiker malten deswegen bereits den Übergang zur Planwirtschaft an die Wand. Sie können aufatmen. Soweit wird es nicht kommen. Ende 2025 wird die MIG stillgelegt. Der Großteil der Aufgaben des sogenannten Funkloch-Amts wird dann ersatzlos entfallen. Bundesregierung hält am Aus der Funkloch-Gesellschaft fest

Da der schnellste Prozessor für PC-Spiele, der Ryzen 7000, ist kaum erhältlich und stark überteuert. Mit einer baldigen Besserung der Liefersituation und günstigeren Angeboten ist kaum zu rechnen, In chinesischen Onlineforen und -medien sind nun mehrere offenbar voneinander unabhängige Berichte zu gefälschten AMD-Prozessoren aufgetaucht. Sie sollen auf chinesischen Online-Marktplätzen für Privatverkäufe angeboten worden sein. Doch die Fälschungen sind relativ leicht zu erkennen. Gefälschte Ryzen 7 9800X3D in China gesichtet

Die Europäische Union (EU) und China streiten um den Schutz von Immaterialgüterrechten. Peking habe nationalen Gerichten die Befugnis erteilt, weltweit verbindliche Lizenzgebühren für standardessenzielle Patente (SEP) von EU-Unternehmen festzulegen, ohne dass der Patentinhaber seine Zustimmung einholen muss, so der Vorwurf der Europäer. In der Folge stünden innovative europäische Tech-Firmen unter Druck, ihre Gebühren weltweit zu senken, während chinesische Hersteller auf diese Art einen günstigeren Zugang zu diesen europäischen Technologien erhalten. Wegen "unfairer und illegaler Handelspraktiken Chinas" hat die EU-Kommission nach eigenen Angaben Konsultationen bei der Welthandelsorganisation (WTO) beantragt. Patente: EU bringt Streit mit China über Hightech-Lizenzgebühren vor die WTO

Mit einer im Jahr 2018 in Kraft getretenen Verordnung sollen Blockaden oder Umleitungen im Online-Handel innerhalb der Europäischen Union weitgehend der Vergangenheit angehören. Soweit die Theorie. Doch in der Praxis würden Verbraucher beim Online-Shopping aufgrund von Staatsangehörigkeit oder Wohnsitz zum Teil weiterhin diskriminiert, bemängelt der EU-Rechnungshof in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten kämpfen demnach nur halbherzig gegen rechtswidrige Blockaden beim grenzüberschreitenden E-Commerce. EU-Rechnungshof: Mehr Einsatz gegen ungerechtfertigtes Geoblocking nötig

Auch noch wichtig:

(akn)