Microsoft erwartet Wachstum jenseits des Kerngeschäfts

Steve Ballmer und Bill Gates hielten Forschung und Innovation als Wachstumschance für Microsoft hoch und kündigten allein für dieses Jahr 3.000 neue Patentanträge an.

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  • JĂĽrgen Kuri

Große Pläne verkündete Microsoft-Gründer und Chief Software Architect Bill Gates auf dem regelmäßig veranstalteten Meeting mit Analysten: Man werde weiter in Innovationen investieren und die Forschung ausweiten. Als einen Beweis für dieses Engagement führte Gates an, dass man alleine in diesem Jahr 3.000 Patentanträge einreichen werde. Und Microsoft-Chef Steve Ballmer sekundierte: Microsoft werde keinesfalls davor zurückscheuen, in neue Bereiche vorzudringen, wenn dies für die Firma Sinn ergebe. Um das auch zu schaffen, will Microsoft in diesem Jahr 7.000 neue Mitarbeiter einstellen.

Damit gingen die beiden Microsoft-Oberen auf das Hauptthema dieses Analystenmeetings ein: Wachstum. Nach der Vorlage der jüngsten Quartalsbilanzen war dies die größte Besorgnis der Börsianer: Woher solle künftig Wachstum kommen, da viele Beobachter die Kernmärkte von Microsoft mit Windows und Office als zunehmend gesättigt ansehen? Ballmer betonte allerdings, dass man, wenn man den Job bei Microsoft besonders gut mache, künftig in den Größenordnungen zulegen könne, die dem Einkommen von Nokia oder Siemens insgesamt entsprächen. Microsoft-Sprecher spezifizierten dies dann später näher mit jährlichen Wachstumserwartungen von 4 bis 6 Milliarden US-Dollar.

Sowohl Gates als auch Ballmer machten aber auch sehr deutlich, dass Microsoft künftig dieses Wachstum erreichen wolle, indem man in Bereiche investiere, die nicht zum bisherigen Kerngeschäft zählen. Details dazu nannte das Microsoft-Management aber nicht. Der Kommentar, man wolle die Patente auch verstärkt für Lizenzeinnahmen nutzen, dürfte allerdings weiter Befürchtungen in der Open-Source-Szene schüren, sie könnten als Waffe gegen freie Software eingesetzt werden.

Die Microsoft-Manager gingen auch nicht weiter auf die Pläne und Umsatzerwartungen mit der nächsten Windows-Version Longhorn ein. Gates kündigte lediglich an, eine Beta-Version werde es irgendwann im Lauf des Jahres 2005 geben, und betonte erneut, dass der Fokus bei Microsoft in der letzten Zeit vollständig auf dem Service Pack 2 und seinen erweiterten Sicherheitsfunktionen gelegen habe. Für Microsoft bestehen aber einige der Wachstumshoffnungen unter anderem auf dem weiteren Vordringen im Markt der Unterhaltungselektronik und digitale Medien, wobei die Xbox und vor allem dann die Xbox 2 als Eintrittskarte dient -- die Kosten dafür werden dementsprechend auch als Investition in zukünftiges Wachstum gesehen. Auch die eigene Web-Suchtechnik berechtigt nach Ansicht des Konzerns zu einigen Hoffnungen auf künftige Einnahmen. (jk)