Stuttgart sperrt ab Juli Autos mit roter Plakette aus

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Rote Karte für die „roten Stinker“: Ältere Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß dürfen von diesem Donnerstag (1.7.) an nicht mehr in Stuttgart fahren. Die Landeshauptstadt ist dann als erste Stadt in Baden-Württemberg für Autos und Lastwagen tabu, die lediglich die rote Umweltplakette bekommen. Nach Angaben des Umweltministeriums trifft das Fahrverbot jedes 50. Auto und jeden zehnten Lieferwagen, Transporter oder Lastwagen in der Region Stuttgart. Die Stadt verschärft damit ihren Kampf gegen den gesundheitsschädlichen Feinstaub. Stuttgart gilt seit Jahren als die am meisten mit Feinstaub belastete Stadt Deutschlands - die Messstation Neckartor hält die Rekordwerte.

Andere Städte sind im Umgang mit den „alten Stinkern“ aber rigoroser: Hannover etwa hat seit Jahresbeginn die bundesweit schärfsten Fahrverbote. In der Innenstadt dürfen nur noch Autos mit einer grünen Plakette fahren. In Stuttgart ist das erst Anfang 2012 der Fall, in den übrigen Umweltzonen in Baden-Württemberg sogar erst Anfang 2013. Neben Stuttgart gibt es im Südwesten inzwischen 17 Umweltzonen, darunter die großen Städte Mannheim, Karlsruhe und Freiburg. Wer ohne passende Plakette unterwegs ist und sich erwischen lässt, dem droht ein Bußgeld von 40 Euro.

Stuttgart wurde gerichtlich gezwungen, seinen Kampf gegen den Feinstaub zu verschärfen. Dazu zählt neben den Fahrverboten auch die Wiedereinführung eines Durchfahrtsverbots für Lastwagen. Die Luft am Stuttgarter Neckartor weist seit Jahren extrem hohe Feinstaubwerte auf: Der EU-Grenzwert wurde 2009 an 111 Tagen überschritten - erlaubt sind 35. Auch in diesem Jahr ist der EU-Grenzwert bereits jetzt an 68 Tagen überschritten. Ebenfalls überstiegen wurde die europäische Vorgabe 2010 schon in Leonberg (46 Tage), Ludwigsburg (41), Markgröningen (44), Reutlingen (57), Tübingen (37), Heilbronn (40), Tübingen-Unterjesingen (37) und Ulm (35).

Sorgenkind bleibt nach Angaben des Ministeriums auch die vielerorts hohe Belastung mit Stickstoffdioxid. Gerade Stuttgart erreicht auch da extrem hohe Werte. Seit diesem Jahr gelten erstmals europaweit verbindliche Grenzwerte, die vielfach weit überschritten werden. Auf Grundlage der Messwerte von 2010 muss der EU im kommenden Jahr berichtet werden, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden. (dpa) (mfz)