Tesla Motors Aktien bei ihrem Start an der Börse sehr gefragt
Tesla schreibt durch zu hohe Entwicklungskosten derzeit rote Zahlen.
Die Aktien von Tesla Motors waren zu ihrem Start an der Börse am Dienstag so gefragt, dass Tesla den Preis pro Aktie angehoben hat. Für eine Aktie verlangt die Firma jetzt 17 Dollar statt ursprünglich angepeilten 14 bis 16 Dollar. Damit steigt das Volumen des Börsengangs nach einer Mitteilung aus der Nacht auf gut 226 Millionen Dollar an (185 Millionen Euro). Das Unternehmen selbst bietet 11,9 Millionen Aktien an, die Alteigener geben aus ihrem Bestand weitere 1,4 Millionen Papiere. Die Zahl der Anteilsscheine hatte Tesla bereits wegen der großen Nachfrage angehoben.
Doch bei aller Euphorie: Tesla verliert seit der Gründung vor sieben Jahren Geld. Das Unternehmen hat allein im ersten Quartal 2010 unterm Strich 29,5 Millionen Dollar verbrannt – bei einem Umsatz von gerade einmal 20,8 Millionen Dollar. Teslas Problem sind die hohen Entwicklungskosten. Die Gelder aus der Gründungszeit gehen langsam zur Neige. Neben Firmenchef Musk, der mit dem Verkauf des Bezahldienstes Paypal an Ebay reich geworden war, hatten die zwei Google-Gründer Larry Page and Sergey Brin ihre Schatulle geöffnet. Es kamen Daimler, Toyota und im Gefolge das Emirat Abu Dhabi hinzu.
Die Tesla Limousine "S" kommt 2012
So liefert Tesla beispielsweise die Batterien für den Elektro-Smart. Gemeinsam mit Toyota, die mit 50 Millionen Dollar bei Tesla eingestiegen sind, will die Firma aus Kalifornien ganze Elektroautos bauen. Die Aktien wechseln aber abseits des Parketts den Besitzer. Doch auch wenn alle Hersteller derzeit öffentlich ihre Liebe zum Elektroauto bekunden, sind sie vom Erfolg der Elektromobilität keineswegs überzeugt. Hinter vorgehaltener Hand tun einige Experten in der Branche das Thema als Modeerscheinung ab. Die technischen Hürden seien hoch und die Umweltfreundlichkeit zweifelhaft. Irgendwo müsse ja auch der Strom für die Elektroautos produziert werden, argumentieren sie. Im Mutterland von Tesla, den USA, passiert das vielfach noch mit uralten Kohlekraftwerken.
Hauptaktionär ist und bleibt Tesla-Gründer Elon Musk. Er muss mit mindestens 65 Prozent beteiligt bleiben, sonst verfällt ein 465 Millionen Dollar schwerer Kredit der US-Regierung. Mit diesem fördert sie die alternative Antriebstechnik. Bislang hat Tesla lediglich knapp 1100 seiner Sportwagen verkauft. Die für 2012 angekündigte Limousine „S“ soll auf fünfstellige Stückzahlen kommen und nur die Hälfte des Roadsters kosten.
(mit Material der dpa) (mfz)