Montag: Raumsonde des Space Force zurück, Negativrekord bei Bahn-Entschädigungen

US-Raumgleiter wieder gelandet + Bahn-Verspätungen kosten Millionen + Studie zu KI-Einsatz + Sicherheitslücke in Bluetooth + Verkehrsprojekt im Touristen-Ort

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US-Raumgleiter über wolkenbedeckter Erde; Montag: Raumgleiter-Mission, Bahn-Rückzahlungen, KI-Nutzung, Bluetooth-Sicherheitsleck & Tourismus-Verkehrsprojekt

(Bild: Space Force)

Lesezeit: 7 Min.

Der siebte Flug des wiederverwendbaren US-Raumgleiters X-37B endet mit einer erfolgreichen Landung in Kalifornien. Die weitgehend geheime Mission war vergleichsweise kurz und dauerte weniger als halb so lange wie die vorherige. Space Force bezeichnet die Mission dennoch als Erfolg, hält sich mit Details über Erkenntnisse aber zurück. In Deutschland setzt die Bahn einen Negativrekord: Wegen verspäteter Züge musste sie 2024 so viel Entschädigung an Fahrgäste zahlen wie nie. Mit fast 200 Millionen Euro sind es nahezu 50 Prozent mehr Rückzahlungen als noch im Vorjahr. Doch die Deutsche Bahn zahlt bei hohen Verspätungen anstandslos, sagt sie. Derweil ist Deutschland gespalten beim Einsatz von KI: 60 Prozent der Bundesbürger mit hohem, aber nur 17 Prozent mit niedrigem Bildungsniveau verwenden die Technik. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor. Besonders jüngere Generationen verdeutlichen mit einer KI-Nutzungsrate von 68 Prozent das Potenzial dieser Technologien – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Der unbemannte und wiederverwendbare Raumgleiter X-37B der Space Force der US-Streitkräfte hat seine siebte Mission im Weltall abgeschlossen. Das Raumschiff ist 434 Tage nach dem Start vom Kennedy Space Center in Florida im Dezember 2023 nun in der kalifornischen Luftwaffenbasis Vandenberg Space Force Base wieder gelandet. Damit endete diese Mission deutlich früher als die vorherige, bei der die Raumsonde mehr als doppelt so lange im All verbracht hatte. 908 Tage waren es damals. Die letzte Mission, über deren Experimente aufgrund der Geheimhaltung des US-Militärs wenig bekannt ist, ist mit ihrer Dauer von etwas mehr als 14 Monaten die zweitkürzeste seit der ersten Mission von X-37B, die nur 225 Tagen umfasste: US-Raumgleiter X-37B der Space Force ist nach 434 Tagen im All wieder gelandet.

Von einer Verspätung kann man bei X-37B kaum sprechen, anders als bei hiesigen Bahnfahrten. Denn Verspätungen von Zügen schlugen bei der Deutschen Bahn (DB) im vergangenen Jahr heftig ins Kontor: Insgesamt 197 Millionen Euro Entschädigung musste sie an Fahrgäste zahlen, die aufgrund von Verspätungen darauf Anspruch hatten. Laut DB waren in den Servicecentern der Bahn rund 6,9 Millionen Entschädigungsanträge gestellt worden. 2023 waren es demnach 5,6 Millionen bearbeitete Anträge, die zu insgesamt 132,8 Millionen Euro Entschädigungszahlungen führten. Diese Rückzahlungen sind also in einem Jahr um fast die Hälfte gestiegen. Doch die DB erklärt, sie "zahlen ohne Wenn und Aber" wegen unpünktlicher Züge: Bahn zahlt rund 200 Millionen Euro Entschädigung.

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Nicht nur Verspätungen, auch Künstliche Intelligenz (Kl) prägt zunehmend Alltag und Arbeitswelt. Doch bei ihrer Nutzung öffnet sich eine neue digitale Kluft entlang weitgehend bekannter Muster: 60 Prozent der Menschen in Deutschland mit hohem Bildungsniveau verwenden die Technik– aber nur 17 Prozent mit niedrigem. Das sind Zahlen aus dem Lagebild der digitalen Gesellschaft für 2024/25, das die Initiative D21 am Montag veröffentlichte. Laut der repäsentativen Studie nutzt ein Viertel der Bevölkerung ChatGPT (plus 7 Prozentpunkte). Weitere KI-Anwendungen wie Microsoft Copilot (7 Prozent) und Google Gemini (6 Prozent) holen auf, sind aber noch weniger verbreitet, so der Digital-Index: Große Kluft zwischen KI-Nutzern und Abstinenzlern in der Republik.

Die billigen WLAN- und Bluetooth-Chips des Herstellers Espressif, ESP32, enthalten in aktuellen Firmware-Versionen undokumentierte Befehle in der Bluetooth-Hardware-Kommunikation. Dies reißt eine Sicherheitslücke auf, durch die Angreifer sich einnisten können, sagen die Entdecker der Lücke. Die ist jedoch nicht so gravierend, wie sie zunächst den Anschein erweckt, obwohl Milliarden von ESP32-ICs bereits in freier Wildbahn ihren Dienst verrichten, etwa in smarten Steckdosen, Heizungsregler und ähnlichen praktischen Geräten. Denn laut IT-Sicherheitsforscher Pascal Gujer ist die Lücke nicht aus der Ferne mit Bluetooth missbrauchbar, benötigt 'kabelgebundenen' HCI-Zugriff und erfordert erhöhte Rechte auf dem Controller: Undokumentierte Befehle reißen Sicherheitsleck in Bluetooth von ESP32.

Ålesund an der norwegischen Westküste, ziemlich genau auf halbem Weg zwischen Bergen und Trondheim gelegen, wird in sozialen Netzwerken schon mal zur "schönsten Stadt der Welt" (oder zumindest zur schönsten Stadt Norwegens) erklärt, weil sich die Bauten so pittoresk über mehrere Inseln im Meer verteilen. Das Problem mit diesem Image ist, dass es Jahr für Jahr mehr Touristen anzieht. Sie kommen mit Kreuzfahrtschiffen an, von denen manchmal vier gleichzeitig am Kai liegen und die Bevölkerung der Innenstadt mal eben verdoppeln bis verdreifachen. Doch mittlerweile wurde ein Verkehrsprojekt aufgelegt, um dem regelmäßigen Verkehrskollaps zu begegnen: Wie die "schönste Stadt Norwegens" Ålesund versucht, dem Verkehr Herr zu werden.

Auch noch wichtig:

(fds)