Weltraumteleskop Euclid hat 26 Millionen neue Galaxien entdeckt

Das Konsortium des europäischen Weltraumteleskops Euclid hat einen ersten Datensatz veröffentlicht. Er umfasst viele neu entdeckte, aber sehr alte Galaxien.

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Dieses Bild zeigt einen Bereich von Euclids Deep Field South

Dieses Bild zeigt einen Bereich von Euclids Deep Field South

(Bild: ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, image processing by J.-C. Cuillandre, E. Bertin, G. Anselmi)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Konsortium von Euclid hat einen ersten Datensatz veröffentlicht, den das europäische Weltraumteleskop gesammelt hat. Sie zeigen drei Bereiche des Himmels mit 26 Millionen neu entdeckten Galaxien.

Der Datensatz, ein sogenannter Quick Release, besteht aus drei Bildern des Himmels, die jeweils aus einer groĂźen Zahl von Einzelaufnahmen zusammengesetzt sind. Alle drei Himmelspanoramen sind zusammen 35 Terabyte groĂź.

Die jetzt veröffentlichten Daten wurden in nur einer Woche gesammelt. In der Zeit hat Euclid 26 Millionen bis dato unbekannte Galaxien entdeckt, die bis zu 10,5 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt sind – das Universum ist rund 14 Milliarden Jahre alt. Von über 380.000 wurden Form und Entfernung bestimmt. Zudem wurden 500 Kandidaten für Gravitationslinsen erfasst, von denen fast alle unbekannt waren.

Das Weltraumteleskop Euclid wurde im Sommer 2023 ins All geschossen und lieferte bereits wenige Monate später erste spektakuläre Bilder.

Das Teleskop umkreist Lagrange-Punkt L2 des Sonne-Erde-Systems, der etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Von dort aus kann Euclid im Verlauf eines Jahres den Nord- und den SĂĽdhimmel beobachten.

Euclid hat einen 1,2 Meter großen Spiegel und liefert Bilder im sichtbaren Spektrum und im nahen Infrarotbereich. Es hat ein außergewöhnlich großes Gesichtsfeld: Eine Aufnahme von Euclid bildet einen 240-mal größeren Bereich ab als ein Bild, das vom Hubble-Teleskop aufgenommen wurde.

Die Infrarotkamera wurde an den Max-Planck-Instituten für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching bei München und für Astronomie in Heidelberg (MPIA) mit entwickelt. "Damit lassen sich die Entfernungen präzise bestimmen und zahlreiche Galaxien sowie Quasare in den hochaufgelösten Euclid-Bildern eindeutig identifizieren", sagte Christoph Saulder vom MPE. Dafür habe das Team "einen Katalog mit über 70.000 spektroskopischen Rotverschiebungen aus verschiedenen Himmelsdurchmusterungen" zusammengestellt und mit den Euclid-Daten verknüpft.

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Ziel der auf sechs Jahre angelegten Mission ist, zu verstehen, woraus unser Universum besteht und wie es sich entwickelt. Zudem soll Euclid Erkenntnisse über Dunkle Materie und Dunkle Energie liefern. Diese ermöglicht der jetzt veröffentlichte Datensatz noch nicht. Die Veröffentlichung der ersten kosmologischen Daten der Mission ist für Oktober 2026 geplant.

(wpl)