Links erlaubt: Apple reagiert auf US-Urteil gegen App-Store-Einschränkungen

In seinen sogenannten App Review Guidelines fasst Apple zusammen, was Devs dĂĽrfen und was nicht. In den USA kommt nun die groĂźe Link-Freiheit.

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Icon des Apple App Store

Icon des Apple App Store: Zeitwende dank Urteil?

(Bild: Antlii / Shutterstock.com)

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Nach dem Urteil eines US-Gerichts, laut dem Apple keine Beteiligung an aus Apps ausgelösten Einkäufen im Web zusteht, hat der iPhone-Hersteller seine App-Store-Richtlinien angepasst. In den frisch aktualisierten App Review Guidelines für den amerikanischen Markt werden nun diverse Dinge explizit erlaubt, die zuvor verboten waren, damit Apple stets seine Provision von bis zu 30 Prozent bekam. Dazu gehört ein Ende des "Link out"-Verbots sowie der Regelung, dass Entwickler nicht explizit für alternative Bezahlmethoden werben dürfen.

Apple machte seine Entwickler auch per E-Mail und Blog-Eintrag auf die Änderungen aufmerksam, die "aufgrund einer Gerichtsentscheidung in den Vereinigten Staaten" erfolgt seien. Es gehe dabei "um Knöpfe, externe Links und andere Call-to-Action-Elemente in Apps", so das Unternehmen. Die Richterin in dem Zivilverfahren, das zwischen Apple und Epic Games seit mehreren Jahren läuft, hatte festgelegt, dass die Regelungen "sofort" umzusetzen sind, und Apple schwer gerügt – sowie die angebliche Falschaussage eines Apple-Managers an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Apple schreibt in seinen veränderten Richtlinien unter anderem, dass das Verbot, Nutzer zur Verwendung einer anderen Kaufmethode als des In-App-Kaufs zu ermutigen, "nicht für den US-amerikanischen Store gilt". Weiterhin sind dort keine sogenannten External Link Account Entitlements, also explizite Genehmigungen durch Apple, für besagte Knöpfe, externe Links oder andere Call-to-Action-Elemente, mehr notwendig. Apple darf künftig auch kein Geld mehr für "Off-App-Käufe" verlangen – dies waren zuvor 27 Prozent (minus 3 Prozent für Transaktionskosten gegenüber den üblichen 30 Prozent).

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Epic Games will daraufhin seine Spiele wie "Fortnite" wieder in den App Store bringen, zudem möchte das Unternehmen Entwicklern über die eigene Website neue Bezahlmethoden zur Verfügung stellen – in Form der "Epic Games Store Webshops". Übrigens will der Publisher auch eine Provision, sie fällt aber erst ab einer Million US-Dollar an Umsatz im Jahr an. Apple selbst verlangt bis zu diesem Betrag eine reduzierte 15-Prozent-Provision, darüber 30 Prozent. Epic Games möchte stets 12 Prozent sehen, 88 Prozent gehen an die Entwickler.

Auch der Musikstreamingdienst Spotify hat bereits eine neue App-Version eingereicht, die Abo-Abschlüsse direkt im Web ermöglicht. Zuvor hatte das Unternehmen schon vor längerer Zeit In-App-Verkäufe eingestellt, um die Apple-Provision nicht zahlen zu müssen. Spotify könne nun in der App anzeigen, "was etwas tatsächlich kostet" und "mit einem Link ein Premium-Abo kaufen oder ändern". Spotify will künftig auch direkt Audiobooks verkaufen und "andere Bezahlsysteme" anbieten.

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(bsc)