Montag: US-Budgetkürzung bedroht NASA-Missionen, Mozilla-Aus bei Google-Verlust
NASA vor Einschnitten + Warnung von Mozilla + Betrug per Paypal-Anruf + Scannen von Falschparkern + Temu stoppt US-Lieferungen + Quanten-Kryptografie in Firmen
Das Vehicle-Assembly-Building mit einem Modell des Orion-Raumfahrzeugs.
Die NASA soll sich nach Vorschlag der Trump-Regierung auf Mond- und Mars-Missionen fokussieren. Dafür stehen künftig 25 Prozent weniger Mittel zur Verfügung. Damit steht die SLS-Riesenrakete vor dem Aus, der Betrieb der ISS soll eingeschränkt werden und es drohen Stellenkürzungen bei der US-Weltraumagentur. Kürzungen drohen auch den Firefox-Entwicklern von Mozilla, sollten Googles Partnerschaften mit Browsern untersagt werden. Denn ein Mozilla-Chef hat offengelegt, wie groß die Google-Abhängigkeit wirklich ist. Er sieht auch die Gefahr eines neuen Monopols, nämlich bei Browser-Engines. Hierzulande versuchen Kriminelle aktuell, Opfer mit Anrufen aus dem Telefonnetz oder über WhatsApp zu ködern. Angerufene sollten auflegen, wenn sie telefonisch und per Computerstimme über eine angeblich anstehende Paypal-Überweisung informiert werden. Manchmal wird bei dieser Betrugsmasche auch Amazon genannt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Das Weiße Haus hat seinen Vorschlag für das Budget der NASA für das kommende Jahr vorgelegt. Dieser sieht massive Einschnitte bei wissenschaftlichen und anderen namhaften Projekten vor. So sollen etwa das Space Launch System (SLS), die Riesenrakete der NASA, und die dazu gehörende Orion-Raumkapsel auslaufen sowie der Betrieb der internationalen Raumstation ISS eingeschränkt werden. Für 2026 würden der NASA demnach fast 25 Prozent weniger Mittel zur Verfügung stehen und die Belegschaft soll reduziert werden. Die Trump-Regierung verlangt gleichzeitig von der NASA, sich auf Missionen zum Mond und zum Mars zu konzentrieren: US-Regierung will NASA-Budget um fast 25 Prozent reduzieren und Stellen kürzen.
Weniger Budget befürchtet auch die Mozilla Foundation, welche auch den beliebten Firefox-Browser entwickelt, denn sie sieht sich im US-Kartellverfahren gegen Google zunehmend zwischen den Fronten: Sollte die Partnerschaft mit Google enden, welche die gleichnamige Suchmaschine als Standardeinstellung für Firefox vorsieht, hält Mozillas Finanzvorstand Eric Mulheim sogar ein komplettes Aus für die Non-Profit-Organisation für möglich. Zuvor hatte das US-Justizministerium vorgeschlagen, solche kostenpflichtigen Partnerschaften von Google mit Browser-Anbietern zu verbieten. Besagte Partnerschaft bringt der Mozilla Foundation offenbar einen erheblichen Anteil ihrer jährlichen Umsätze ein. Deshalb warnt der Mozilla-Finanzchef: Ohne Google droht der Bankrott.
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Nicht zwingend ein Bankrott, aber finanzielle Verluste drohen bei einer aktuell laufenden Betrugsmasche. Aufhänger entsprechender Anrufe ist eine angeblich anstehende Überweisung eines großen Betrags über Paypal. Allerdings spricht kein Mensch am anderen Ende der Leitung, sondern eine Computerstimme liest die Nachricht vor. Die kriminellen Anrufer rufen derzeit ohne angezeigte Telefonnummer an. Die Anrufe können über klassische Telefonnetze erfolgen. Die Verbraucherzentralen berichteten im Februar bei ähnlichen Betrugsmaschen auch von Anrufen über WhatsApp, neben Paypal kann auch Amazon genannt werden. Dabei tauchten auch Telefonnummern mit ausländischen Vorwahlen im Display auf bei dieser Betrugsmasche: Anrufe über WhatsApp und Festnetz wegen Paypal-Überweisung.
In Baden-Württemberg wird der Einsatz von Scan-Fahrzeugen zur Kontrolle von parkenden Autos getestet. Seit Mitte April wird die Technik im Umfeld der Universität Hohenheim in Stuttgart erprobt. Die Scan-Fahrzeuge haben laut Verkehrsministerium Kameras auf dem Dach, mit denen sie im Vorbeifahren die Kennzeichen von parkenden Autos erfassen können. Dann werden die Kennzeichen mit einer Datenbank abgeglichen. Die Kontrolle mit dem Scan-Auto funktioniert allerdings nur dort, wo der Parkschein digital erfasst ist. Es braucht also etwa Parkautomaten oder Apps, wo das Kennzeichen des Autos eingegeben werden muss, heißt es vom Ministerium: Stuttgarts Scan-Fahrzeuge gegen Falschparker mit bis zu 1000 Kontrollen pro Stunde.
In der Nacht zum Freitag (Ortszeit) lief eine seit 2016 bestehende Ausnahmeregelung für zollfreie Einfuhren in die USA aus. Seitdem müssen auch Sendungen mit einem Wert unter 800 US-Dollar voll verzollt werden. Das betrifft insbesondere chinesische Versender wie Shein und Temu, welche massenhaft Pakete in die USA schicken. Insgesamt sollen es im letzten Steuerjahr 1,36 Milliarden Warensendungen aus China gewesen sein. Bereits zuvor hatte Temu seine Preise für Bestellungen in die USA um 40 bis 100 Prozent erhöht. Nun geht das Unternehmen laut US-Berichten noch einen großen Schritt weiter: Temu stellt Lieferungen von China in die USA ein.
Wird es jemals Quantencomputer geben, die RSA und andere kryptografische Verfahren knacken können? Und wenn ja, wann wird es so weit sein? Diese Fragen kann derzeit niemand seriös beantworten. Immerhin sind die ersten Hürden auf dem Weg in eine quantensichere Zukunft bereits genommen. So hat die US-Behörde NIST die ersten Post-Quanten-Kryptoverfahren standardisiert, einige weitere dürften folgen. So langsam müssen auch die IT-Abteilungen in den Unternehmen und Behörden aktiv werden, wenn sie die Umstellung auf Post-Quanten-Verfahren rechtzeitig bewältigen wollen. Dabei ist ein Kryptoinventar wichtig für die Migration zur Post-Quanten-Kryptografie. Der Standard CycloneDX ermöglicht es, ein Kryptoinventar zu erstellen: Cryptography Bills of Materials.
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Auch noch wichtig:
- Eine internationale Recherche hat Strukturen eines Betrugs-Netzwerks aufgedeckt. Rund 900.000 Menschen fielen darauf herein: Strukturen hinter Phishing-Netzwerk rund um "Darcula" aufgedeckt.
- Neue Vorschauen von FritzOS 8.10 für die 7590, 7590 AX und 6591 Cable bieten etwa mehr Möglichkeiten für Internet-Fallback-Verbindungen: FritzOS 8.10 Beta mit Unterstützung für mehr Fallback-Internetverbindungen.
- KI-Agenten radikalisieren die digitale Produktentwicklung. Sie automatisieren Prozesse, sind effizienter und definieren die Zusammenarbeit mit Menschen neu. Darum geht es im 1. Teil der KI-Agenten: Revolution in der digitalen Produktentwicklung.
- Eine Studie für die Bundesregierung sollte berechnen, wie viel durch den Staat überwacht wird. Nicht alles durften die Forscher wissen: Die Überwachungsgesamtrechnung arbeitet mit vielen Unbekannten.
- Zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai reden Politiker gern über die Verfolgung von Journalisten in fernen Diktaturen. Dabei gäbe es im eigenen Land genug zu tun, heißt es im Missing Link: Pressefreiheit – Kein Auskunftsgesetz für Bundesbehörden.
- The Document Foundation feiert den 20. Jahrestag der Festlegung von ODF als OASIS-Standard. Dieser fördere global digitale Unabhängigkeit und Interoperabilität. Es ist ein "Meilenstein für digitale Souveränität": 20 Jahre Open Document Format (ODF).
- Im Ausland gehen Behörden schon länger mit Scan-Autos gegen Falschparker vor. In Baden-Württemberg ist der Einsatz der Technik nun auch möglich, ein Test läuft mit Scan-Autos: FAQ zur Technik gegen Falschparker.
- Investoren-Legende Warren Buffett will sich von der Spitze seiner Holding zurückziehen. Der Nachfolger hat große Schuhe zu füllen: Warren Buffett zieht sich mit 94 als Chef von Berkshire Hathaway zurück.
- Im c’t uplink gehts um die Technik moderner Monitore und Docks. Worauf man beim Kauf für welchen Einsatzzweck achten sollte, erklärt c’t uplink: Der Stand der Technik bei Monitoren und Dockingstationen.
- Canon legt ein altes Objektiv für den RF-Mount neu auf, Sigmas Supertele zeigt sich endlich, und "Content Credentials" stehen nun fast jedem offen. Das sind die Fotonews der Woche 18/2024: Canons Reisezoom, "Bigma" und CAI als Adobe-Beta.
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- Viele Autofahrer verlassen sich bei der Navigation auf Google Maps. Jetzt sorgte allerdings ein Fehler für falsche Ansagen: Google korrigiert Falschinformation über Tunnelschließungen.
(fds)