Tibber ergänzt kostenlos adaptives Überschussladen von PV-Strom
Tibber startet eine kostenlose Funktion, die überschüssigen PV-Strom in den Akku des E-Autos pumpt. Das spart und ist netzdienlich.
(Bild: eva_blanco / Shutterstock.com)
Wer einen dynamischen Stromtarif von Tibber zusammen mit dem Pulse-Echtzeit-Verbrauchsmesser einsetzt, kann nun eine neue kostenlose Funktion nutzen, die die Stromnetze entlasten und Kosten senken soll. Mit einer PV-Anlage auf dem Dach und einer Wallbox für das E-Auto an der Wand lässt sich damit erzeugter und nicht genutzter Strom in den Akku des Batterieelektrischen Vehikels pumpen.
Üblicherweise nutzen derartige Funktionen unpräzise Wettervorhersagen, erklärt Tibber. Das Smart-Charging basierend auf den Echtzeitdaten des Stromtrackers Pulse kann jedoch anhand der realen Erzeugung und des Echtzeitverbrauchs gezielt überschüssige Solarenergie ins E-Auto umleiten – das Unternehmen berichtet von einer Messung im zwei-Sekunden-Takt. Das soll hohe Preise zu Zeiten von wenig Sonne vermeiden helfen. Die Tibber-App übernimmt die intelligente Steuerung des Lastmanagements, die Funktion soll kostenlos sein.
Neuer "Solar Smart Charging"-Schalter in Tibber-App
In der Tibber-App gibt es dafür einen neuen Schalter "Solar Smart Charging" in der "Smart-Charging"-Funktion, der die Funktion aktiviert. Sofern Interessierte eine Solaranlage mit integrierter Wallbox und den Stromtracker Pulse haben, lässt sich "Solar Smart Charging" einsetzen.
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"Auf Basis von Live-Daten zu Verbrauch und aktueller Leistung aus der Solaranlage wird das E-Auto automatisch dann geladen, wenn die Solaranlage mehr Leistung produziert, als der aktuelle Eigenverbrauch des Haushalts benötigt", erklärt Tibber. Das E-Auto lasse sich so automatisch unabhängig vom Netzstrom laden, wodurch die Stromkosten sinken.
TIbber berichtet zudem von einer 2024 durchgeführten Studie des Energiemanagementsystem-Anbieters GridX, der zufolge bereits ein Drittel derer mit Solaranlage ihre E-Autos unabhängig vom Netzstrom aufladen. Das soll "Solar Smart Charging" noch verbessern, da die Messung präziser und zeitlich höher aufgelöst erfolgt und die erzeugte Solarenergie effizienter genutzt werde. Das bisherige Smart-Charing, das auf den Wetterprognosen basiert, senkte bei Kunden des Anbieters den Preis auf 29 Cent je Kilowattstunde; Kunden mit eigenem Stromspeicher kamen sogar auf 27 Cent je kWh. Die neue Funktion hilft dem Portemonnaie und auch der besseren Netzdienlichkeit der installierten PV-Anlagen.
Der Anbieter Tibber hat kürzlich die eigenen Systeme auf den geplanten Viertelstundentakt an den Strombörsen vorbereitet. Auch diese Maßnahme soll zu einer besseren Lastverteilung im Netz führen. Allerdings müssen Tibber-Bestandskunden bei empfangenen Nachrichten vorsichtig sein: Vergangenen November hatte das Unternehmen ein Datenleck zu beklagen, bei dem vom 50.000 Kunden Informationen ins Netz gelangt sind – etwa E-Mail-Adresse oder geografische Lage. Solche Informationen können Kriminelle für individuell maßgeschneidertes Phishing missbrauchen.
(dmk)