Microsoft Teams: Benachrichtigungen können Apple-Watch-Schläfer wecken

Mit dem Fokus "Schlafen" sollten Besitzer von Apple Watch und iPhone in der Nacht eigentlich Ruhe haben. Doch Microsoft Teams achtet das nicht immer.

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Das Microsoft Teams Logo wird auf einem Smartphone Bildschirm angezeigt.

Teams-Logo auf Smartphone.

(Bild: El editorial/Shutterstock)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Schlaftracking mit der Apple Watch ist sinnvoll, so kann die Computeruhr die Temperatur erfassen, die Herzfrequenz sowie – seit watchOS 11 auf bestimmten Modellen – auch Schlafapnoe. Passend zum Schlaftracking verwendet die Apple Watch einen sogenannten Schlaffokus. Damit schickt man sowohl Watch als auch das damit gekoppelte iPhone zu einer bestimmten Zeit selbst auf die Ruhebank. Man kann dabei einstellen, welche Apps Benachrichtigungen auf die Watch auch während der Schlafenszeit durchstellen sollen. Alternativ kann man auch nur bestimmte Apps ausschließen oder statt einzelner Apps auch einen Personenkreis definieren, der durchstellen darf oder nicht. Auch Telefonieanwendungen sind so zu steuern. Das Problem: Aufgrund von Bugs – oder womöglich sogar gewollt – halten sich manche Apps nicht an den Schlaffokus. Ein aktueller Fall, den die Mac & i-Redaktion erlebt hat, ist Microsoft Teams: Es weckte Nutzer auch dann mit einer Watch-Vibration, wenn es das eigentlich nicht durfte. Verwirrenderweise tritt das Problem aber nicht bei allen Usern auf und teilweise nur sporadisch. Immerhin gibt es eine Möglichkeit, es zu verhindern.

Ein Beispiel: Der Schlaffokus läuft bis 7 Uhr. Dann sollten sowohl iPhone als auch Apple Watch (die die Benachrichtigungen des iPhone spiegelt) bis zu dieser Zeit ruhig bleiben. Apple-Intelligence-Priorisierung oder ein automatischer Fokusmodus wurden abgeschaltet, ebenso wie zeitkritische Nachrichten (wobei diese von Teams zumindest laut der Benachrichtigungseinstellungen gar nicht versendet werden). Dennoch geht um 6 Uhr 57 eine Botschaft eines Kollegen ein, der den Betroffenen nicht einmal direkt angeschrieben hat. Stattdessen handelt es sich um eine "@channel"-Mention. Hier greift noch ein weiteres Teams-Problem: Die Anwendung erlaubt es unter iOS nicht, "@channel"-Mentions pro Channel stummzuschalten – man kann diese nur generell deaktivieren, was man aber nicht unbedingt will (in der Desktop-Version gibt es die Einstellung pro Channel / Team).

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Aber selbst wenn dies ginge, dürfte die Benachrichtigung während des Schlaffokus nicht durchgehen, weil es in diesem Teams nicht explizit erlaubt ist. Über mehrere Tage geht dies so, Teams dringt immer durch. Gleichzeitig stellten wir fest, dass Apple selbst einen Bug im Schlaffokus hat: Erweitert man den Schlafzeitraum für den aktuellen Tag kurzfristig (etwa am Wochenende), wird man zwar später geweckt, Benachrichtigungen gehen aber zum ursprünglichen Zeitpunkt des Schlaffokus-Endes wieder ein. Mit dem Ergebnis, dass man natürlich wieder geweckt wird.

Das Problem an dem Problem: Wir sahen es auf einem iPhone, auf einem anderen – das allerdings eine ganz eigene Konfiguration hatte – in einem Probelauf nicht. Die Vermutung, dass Microsoft mit irgendwelchen Tricks die Schlaffokus-Restriktionen umgeht, bleibt damit das: eine Vermutung. Es ist allerdings seit mehreren Jahren bekannt, dass Teams den Schlaffokus durchdringen kann, etwa für Anrufe. Warum das geschieht, hat sich bislang nicht aufklären lassen. Betroffene berichten von einem jahrelang anhaltenden Problem, das auch im offiziellen Microsoft-Forum ignoriert wurde.

Unsere Lösung für die Teams-Schlafstörung war letztlich, die in Teams selbst eingebaute Ruhefunktion zu nutzen, die man unter dem eigenen Avatar und den Einstellungen findet. Dort kann man eine Quiet-Time definieren, in der Teams gar keine Benachrichtigungen mehr durchstellen soll. Hier lässt sich ein Zeitraum wählen, beispielsweise 22 Uhr bis 7 Uhr. In unserem Versuch klappte das dann tatsächlich: Erst nach dem Ende der Zeit gingen wieder Benachrichtigungen ein. Noch verwirrender: Als wir die Quiet-Time wieder abschalteten, um zu prüfen, ob der Schlaffokus immer noch gestört wird, passierte dies plötzlich am folgenden Morgen nicht mehr. Wir werden das Phänomen weiter verfolgen und diesen Beitrag gegebenenfalls aktualisieren.

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(bsc)