BĂĽroleerstand: Aroundtown plant Umwandlung in Rechenzentren
Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Rechenzentren in Europa plant Aroundtown die Umwandlung von Büroflächen. Größte Hürde sind behördliche Genehmigungen.
Das Luxemburger Immobilienunternehmen Aroundtown mit operativem Hauptsitz in Berlin plant angesichts der steigenden Nachfrage in Europa die Umwandlung von Büroflächen in Rechenzentren. Das berichtete am Mittwoch die Nachrichtenagentur Reuters.
Wie Timothy Wright, Leiter der Abteilung Investor Relations bei Aroundtown, erklärte, befinde man sich in der Anfangsphase der behördlichen Genehmigungen und hoffe, mit spezialisierten Unternehmen zusammenzuarbeiten. Als potenzielle Mieter für die Rechenzentren nannte Wright Unternehmen aus den Bereichen Cloud Computing oder autonomes Fahren. "In fünf Jahren haben wir hoffentlich einige Rechenzentren in unserem Portfolio", zitiert ihn Reuters. Das IT-Know-how müsse man erst noch aufbauen.
Genehmigungen als Herausforderung
Zu den größten Herausforderungen bei der Umrüstung von Büroflächen in Rechenzentren gehören in Deutschland laut Wright die Genehmigungen der kommunalen Behörden. Zudem müssten die jeweiligen Energieversorger bestätigen, dass der erforderliche Energiebedarf gedeckt werden kann, sagte er. Demnach hat Aroundtown bislang eine behördliche Genehmigung für die Umwandlung eines Büroraums in ein Rechenzentrum in Frankfurt/M. erhalten, allerdings noch keine Genehmigung für den Stromverbrauch.
Sobald die Genehmigungen vorliegen, könnte Aroundtown die Immobilien entweder verkaufen, um schnelle Einnahmen zu generieren, oder die Umwandlung selbst vornehmen, erklärte Wright. Bevor die Bauarbeiten für eine solche Umwandlung beginnen, wolle Aroundtown aber sicherstellen, dass potenzielle Interessenten die Immobilien bereits gemietet haben, da Nutzer von Rechenzentren in der Regel sehr spezifische Anforderungen haben.
Wachsender Bedarf an Rechenzentren
Laut Reuters sieht sich Aroundtown seit der COVID-19-Pandemie – nicht zuletzt aufgrund der Zunahme von Homeoffice – mit höheren Leerstandsraten bei seinen Büroflächen konfrontiert. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf Büro-, Hotel- und Gewerbeimmobilien, insbesondere in Deutschland und Holland.
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Die Überlegungen des Immobilienunternehmens kommen zu einer Zeit, da sich Europa einer wachsenden Nachfrage nach Rechenzentren gegenübersieht. Anfang des Jahres stellte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine neue KI-Initiative namens "InvestAI" vor. Ziel des Vorstoßes ist es, bei Schlüsseltechnologien unabhängiger von den Vereinigten Staaten und China zu werden. Dafür sollen Investitionen von insgesamt 200 Milliarden Euro in die europäische KI-Entwicklung fließen. Kernstück der Initiative ist ein neuer europäischer Fonds mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro, der den Aufbau von mehreren KI-Rechenzentren finanzieren soll, die ab 2026 entstehen sollen. Aber auch auf kleinerer Skala steigt der Bedarf an Rechenleistung und entsprechenden Datenzentren.
(akn)