Rollbrett unter Strom

Sogenannte Elektro-Skateboards erlauben es dem Fahrer, auf vier Rädern bis zu 30 Kilometer in der Stunde zurückzulegen. Straßenverkehrstauglich ist die Technik allerdings nicht.

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Sogenannte Elektro-Skateboards erlauben es dem Fahrer, auf vier Rädern bis zu 30 Kilometer in der Stunde zurückzulegen. Straßenverkehrstauglich ist die Technik allerdings nicht.

Apple-Mitbegründer Steve Wozniak begeistert sich für fast alles, was rollt. Sein jüngstes Lieblingsspielzeug ist ein sogenanntes Elektro-Skateboard, das er kürzlich bei einem Wettbewerb im Sauerland demonstrierte. Bei den auch als E-Board bezeichneten Gefährten handelt es sich um aufgebohrte Rollbretter mit größeren Rädern, Elektromotor und Fernbedienung, die sich über Stock und Stein lenken lassen. Im Schnitt erreichen sie dabei Geschwindigkeiten von bis zu 30 Kilometern in der Stunde, aufgemotzte Modelle brettern gar mit 50 Stundenkilometern durch die Landschaft.

Hersteller für die Elektro-Bretter gibt es mittlerweile einige – sie kommen aus Deutschland, Großbritannien und den USA. Die inzwischen erreichbaren Leistungswerte sind beeindruckend: So verbaut der Hamburger Anbieter Mo-Bo Motoren mit bis zu 800 Watt, die eine Beschleunigung auf bis zu 32 Stundenkilometer in nur vier Sekunden schaffen. Nach drei bis sechs Stunden Ladezeit cruisen die bis zu 30 Kilogramm schweren Boards maximal 20 Kilometer weit. Gespeist werden die Antriebsaggregate zumeist von Bleiakkus.

An Reifen kann sich der frischgebackene Freihand-Rennfahrer Polyurethan-Rollen wie bei einfachen Skateboards oder Vollgummi-Profile aussuchen, die zum Teil auch geländegängig sind. Die erlaubte Zuladung – sprich: das Gewicht des Fahrers – liegt bei maximal 120 Kilogramm.

Bei der Steuerung sind die Elektro-Skateboards bis dato noch nicht sehr ausgefeilt. Während moderne E-Personenbeförderer wie Dean Kamens Segway sich automatisch aufrichten und über einen Bordcomputer Bewegungsimpulse entgegennehmen, muss sich der Strom-Boarder wie bei einem antriebslosen Skateboard gekonnt in die Kurven legen, um die Richtung zu ändern. Einen Rückwärtsgang haben nur die wenigsten Modelle.

Die Steuerung des Motors erfolgt über eine pistolenartige Funkfernbedienung, bei früheren E-Boards wurde sogar noch archaisch per Kabel Gas gegeben. Dafür sind die Elektro-Skateboards verhältnismäßig preiswert: Während man für einen Segway mal eben in Deutschland bis zu 8000 Euro los wird, erhält man eines der E-Bretter bereits ab unter 500 Euro.

Allerdings dürfte es wohl keine Verkehrsbehörde in Deutschland geben, die die Elektro-Skateboards in nächster Zeit für die Straße zulassen wird – schon bei Segway mit seinen vielen Sicherheitseinrichtungen und maximal 20 Stundenkilometern war dies ein langes Drama. Die E-Boards sind schneller und potenziell gefährlicher, haben einen mit zehn Metern leidlich langen Bremsweg und der Fahrer ist bis auf die übliche Skater-Sicherheitsausrüstung wie Helm und Körperpads völlig ungeschützt. Aus diesem Grund treffen sich Elektro-Skateboard-Besitzer normalerweise nur in abgeschlossenen Parks, auf Privatgeländen und bei Wettbewerben.

Das ändert allerdings nichts daran, dass die Hersteller die Technik immer weiter aufrüsten: Der kalifornische Anbieter E-Glide hat kürzlich "den Sportwagen unter den Elektro-Skateboards" vorgestellt. Das sogenannte Powerboard erreicht mit einem 36 Volt-Motor eine Leistung von bis zu 1500 Watt. E-Glide verbaut mittlerweile auch Lithium-Akkus mit größerer Reichweite, wie man sie aus Elektroautos kennt. Ein bisschen erinnert das schon an Marty McFlys "Hoverboard" aus der "Zurück in die Zukunft"-Saga – nur eben mit Rädern.

Mehr Informationen zu E-Boards sind auf dem Branchenportal Elektro-Skateboards.de zu finden. (bsc)