Uber startet Krankentransport-Plattform fĂĽr Gesundheitswesen in Deutschland

Mit Uber Health will der Fahrdienstleister medizinische Transporte digital organisierbar machen. Der Dienst richtet sich unter anderem an Krankenhäuser.

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(Bild: Kevin McGovern/Shutterstock.com)

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Mit "Uber Health" bringt der Mobilitätsdienstleister eine Plattform nach Deutschland, die gezielt auf das Gesundheitswesen zugeschnitten ist. Uber will damit nicht akute Krankentransporte ermöglichen und verspricht, medizinische Fahrten künftig digital, effizient und barrierearm zu organisieren.

Demnach "ist der Einsatz digitaler Technologien zur Verwaltung von Versorgungsplänen" in der Gesundheitsbranche noch "relativ ineffizient und fragmentiert. Häufig sind die Abläufe isoliert voneinander und wenig koordiniert", erklärt ein Pressesprecher von Uber auf Anfrage. Mit Uber Health will das Unternehmen eine digitale Plattform bereitstellen, "die dabei hilft, medizinische Transporte besser zu planen, zu steuern und messbar zu machen".

Der Dienst richtet sich an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen und Transportunternehmen. Über ein zentrales Dashboard oder eine API sollen autorisierte Koordinationsstellen Fahrten für Patientinnen und Patienten, Pflegepersonal oder medizinische Fachkräfte buchen und verwalten können. So können die Unternehmen sich Fahrten vermitteln lassen können. Unterstützt werden Einzel- und Rundfahrten ebenso wie wiederkehrende Transporte – spontan oder bis zu 90 Tage im Voraus. "Die Abrechnung funktioniert zentral für die jeweiligen Unternehmen, die Fahrten buchen", erklärt der Sprecher.

Im Unterschied zu klassischen Uber-Diensten ist Uber Health nicht auf eine App angewiesen. Fahrgäste benötigen weder ein Smartphone noch ein Kundenkonto. Die Fahrtinformationen werden per SMS oder automatisiertem Anruf übermittelt – laut Uber in über 20 Sprachen. Wer ein Smartphone nutzt, kann die Fahrt über einen Link in Echtzeit verfolgen.

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Uber will mit dem Angebot nach eigenen Angaben VersorgungslĂĽcken schlieĂźen, verpasste Arzttermine reduzieren und Entlassungstransporte besser koordinieren. Einrichtungen erhalten Zugriff auf Auswertungen zu Fahrten, Kosten und Nutzung, um Prozesse transparenter und wirtschaftlicher zu gestalten.

Uber Health will auch die Daten zur Verfügung stellen, "um Abläufe zu analysieren und zu optimieren. Mit übersichtlichen Berichten zu Fahrten, Kosten und Nutzung können Versorgungsprozesse gezielt verbessert und Budgets transparent verwaltet werden". Die Plattform sei laut Anbieter datenschutzkonform und speziell auf die Anforderungen im Gesundheitsbereich ausgelegt. Gesundheitsdaten sollen nur im erforderlichen Maß verarbeitet werden. Auch die Integration in bestehende Systeme sei über die Programmierschnittstelle möglich.

Bei Uber tut sich aktuell viel: Anfang des Jahres hatte Uber Fahrten mit Fahrerinnen nur für Frauen gestartet. Außerdem erweitert Uber Eats sein Angebot in weiteren Regionen Deutschlands wie Hannover, Aachen, Karlsruhe und München. An der italienischen Amalfiküste startet das Unternehmen zudem eine Möglichkeit für Touristen, über die Uber-App Helikopterflüge (Uber Copter) und Bootstouren (Uber Boat) zu buchen.

(mack)