Airbags defekt: Volkswagen ruft tausende Fahrzeuge zurĂĽck

Ein Problem mit dem Airbag kann bei einem Unfall für Beifahrer lebensgefährlich werden. Volkswagen bestätigte entsprechende Medienberichte.

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Airbag-Emblem im Innenraum eines Autos

(Bild: Shutterstock)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Großer Produktrückruf bei VW: Mehrere Modelle sind von einem Defekt des Beifahrer-Airbags betroffen, der sich bei einem Unfall lebensgefährlich auswirken kann. Der Hersteller rät betroffenen Fahrzeugbesitzern dringend dazu, den Beifahrersitz ihres Wagens nicht zu nutzen.

Volkswagen bestätigte einen Medienbericht, wonach ein Gasgenerator des Airbags bei einem Unfall bersten könne. Zudem könnten sich Bauteile lösen. Beides könne zu "erheblichen oder tödlichen Verletzungen für Fahrzeuginsassen führen", sagte ein VW-Sprecher dem Spiegel-Magazin. Laut Spiegel sind insgesamt bis zu 16.510 Fahrzeuge der Modelle VW Polo, Passat, Taigo, ID.7, ID.7 Tourer und ID.Buzz betroffen. Betroffene Besitzer würden kontaktiert und sollen einen Termin bei ihrem VW-Händler vereinbaren, die Behebung des Problems dauere etwa ein bis drei Stunden. Bis dahin gilt ausdrücklich: Den betroffenen Airbag deaktivieren und den Beifahrersitz nicht benutzen.

Schon 2023 gab es bei VW einen Rückruf von 270.000 Autos wegen gefährlicher Airbags. Wie Volkswagen auf einer Support-Seite schreibt, habe der japanische Airbag-Hersteller Takata über Jahre hinweg Airbags mit fehlerhaften Gasgeneratoren an die Automobilindustrie geliefert, die sich aufgrund von Alterung durch bestimmte Klimaeinflüsse (Hitze und Feuchtigkeit) verändern. Das könne für die Insassen bei einem Unfall gefährlich werden. Ein VW-Sprecher dementierte jedoch gegenüber heise online, dass es sich beim aktuellen Rückruf um Takata-Airbags handele. Diese seien ausdrücklich von einem anderen Hersteller und das sei auch nicht Joyson Safety Systems, der Name unter dem Takata heute firmiert. "Ein Zulieferer hat bei standardmäßigen Qualitätschecks festgestellt, dass die jeweiligen Teile mangelhaft sein könnten und uns darüber informiert, deswegen wurde nun vorsorglich ein Fahrzeugrückruf initiiert", sagte der Sprecher heise online dazu.

Von der zurzeit häufig erwähnten VW-Support-Seite zu Takata-Poblemen sollten sich Fahrzeugbesitzer deshalb auch nicht in die Irre führen lassen. Hier ist zwar eine Suchleiste zu finden, in die man seine Fahrzeug-Identifikations-Nummer (FIN) eingeben kann, um zu prüfen, ob das eigene Exemplar betroffen ist – aber eben nur von den früheren Takata-Problemen. Bei Fahrzeugbesitzern, die von den aktuellen Problemen betroffen sind, informiert Volkswagen das Kraftfahrt-Bundesamt, welches Zugriff auf aktuelle Halteradressen hat, sodass die Information auch wirklich postalisch zum aktuellen Fahrzeughalter gelangt.

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In Frankreich gibt es zurzeit ebenfalls einen massiven Produktrückruf wegen fehlerhafter Airbags. Grund ist ein Todesfall: Als die Gaskartusche des Airbags eines elf Jahre alten Citroën C3 explodierte, traf ein Metallteil die Fahrerin tödlich. Ursache war hier ein fehlerhafter Takata-Airbag. Diese Woche wurden in Frankreich deshalb hunderttausende Autos zurückgerufen. So wie es laut der Nachrichtenagentur Reuters in den vergangenen Jahren weltweit mit insgesamt rund 100 Millionen Autos geschah, die Takata-Airbags verbaut haben. Demnach gibt es allein in den USA 28 bestätigte Todesfälle durch solche Airbags. Schätzungen für das weltweite Ausmaß belaufen sich auf etwa 35 Tote. Takata meldete 2017 Insolvenz an, wurde aber vom chinesischen Unternehmen Key Safety Systems übernommen und firmiert heute unter dem Namen Joyson Safety Systems.

Update

Der dritte und der vierte Absatz wurden mit einer aktuellen Stellungnahme eines VW-Sprechers aktualisiert.

(nen)