Inode entbündelt als erster Provider ganz Wien

Bei der Entbündelung wird die von der Vermittlungsstelle zum Endkunden führende Telekommunikationsleitung vom Ex-Monopolisten Telekom Austria übernommen und direkt mit dem Netz eines alternativen Betreibers verbunden.

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Als erster alternativer Netzbetreiber hat Inode alle 46 Wählämter der österreichischen Hauptstadt entbündelt. Bei einer Entbündelung wird die von der Vermittlungsstelle zum Endkunden führende Telekommunikationsleitung vom Ex-Monopolisten Telekom Austria übernommen und direkt mit dem Netz eines alternativen Betreibers verbunden. Damit haben jetzt alle Haushalte und Betriebe der Stadt die Wahl zwischen mindestens zwei Breitbandanbietern. Im ersten Halbjahr hat Inode 16,6 Millionen Euro umgesetzt, was drei Viertel des Umsatzes für das gesamte Jahr 2003 entspricht.

Inode arbeite weiter am Ausbau des Netzes, versicherte der Provider. Im ersten Halbjahr wurden die letzten Lücken in den beiden IPv6-fähigen Glasfaserringen des Unternehmens geschlossen. Zum 30. 6. waren 120 Vermittlungsstellen in 35 Orten entbündelt, wodurch 46 Prozent der Haushalte und über 60 Prozent der Unternehmen erreicht werden können. Bis Jahresende sollen es 176 Wählämter in 86 Orten werden, allesamt wegeredundant angebunden. Damit behält Inode in diesem Punkt die Führung vor der UTA, die 150 Wählämter anpeilt. Dies schlägt sich auch beim Marktanteil nieder: 66 Prozent aller in Österreich entbündelten Breitbanduser waren Ende Juni Inode-Kunden, jeder Dritte davon nutzt auch das VoIP-Angebot des Anbieters. Nachdem in Liechtenstein ein Regulierungsverfahren gegen den dortigen Ex-Monopolisten gewonnen wurde, sind jetzt auch die Leitungen zu und die Einrichtungen in allen vier Vermittlungsstellen des kleinen Landes in Bau. Ab November will das österreichische Unternehmen den Liechtensteiner Markt aufmischen.

Das ursprünglich für diesen Herbst geplante TVoIP-Angebot (Fernsehen über entbündelte DSL-Verbindungen) ist hingegen auf Grund rechtlicher Probleme ins Stocken geraten: "Eine österreichische Kabel-TV-Lizenz, die wir dafür brauchen, erlaubt nur Live-Ausstrahlungen. Wir wollen aber jedenfalls eine Time-Shift-Option anbieten", sagte Inode-Geschäftsführer Michael Gredenberg am heutigen Dienstag in Wien, "Mit Fernsehen ist das juristisch noch schwieriger, als mit dem Online-Vertrieb von Musik. Da braucht es Gesetzesänderungen." Auch über ein digitales Tempolimit wusste er zu berichten: "Wir stehen für ADSL2 und VDSL in den Startlöchern. Das ist nur noch eine Genehmigungssache." (Daniel AJ Sokolov) / (jk)