Anhänger-ESP im Test: kein "sehr gut" dabei
ESP-Systeme für Anhänger sollen mehr Sicherheit bringen. In einem Test des ADAC schnitt allerdings kein System mit einem „sehr gut“ ab. In Einzelergebnissen überwiegt das Mittelmaß
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München, 20. August 2010 – Kommt ein Auto-Wohnwagen-Gespann in Schlingern, kann es schnell gefährlich werden. ESP-Systeme für Anhänger sollen mehr Sicherheit bringen. In einem Test des ADAC schnitt allerdings kein System mit einem „sehr gut“ ab. Mit sechsmal „gut“ und viermal „befriedigend“ dominiert in Einzelergebnissen eher das Mittelmaß. Generell schnitten die SUVs (viermal "gut") als Zugfahrzeuge besser ab als die Kombis.
BMW X1 der Beste im Test
Das Fahrzeug mit dem besten integrierten ESP für Anhänger ist der BMW X1. Er verpasst mit einer Note von 1,7 ein „sehr gut“ nur knapp. Das kleine SUV verfügt über ein effizient eingreifendes System und stabilisierte das Gespann von Auto und Anhänger im Test schnell, so die Tester. Bei den Kombis überzeugten Honda Accord Tourer („gut“) und das T-Modell der Mercedes C-Klasse. Den letzten Platz belegt der Audi A4 Avant. Er zeigt nur eine befriedigende Fahrstabilität. Das Anhänger-ESP greift zu schwach ein, Pendelbewegungen des Anhängers lassen deshalb nur langsam nach.
Anhänger-ESP im Test: kein "sehr gut" dabei (3 Bilder)

Der ADAC hat das Anhänger-ESP von fünf Mittelklasse-Kombis und ...
VW bremst zu stark
Aber nicht nur ein zu schwach einsetzendes Stabilisierungssystem kann zum Problem werden, auch das Gegenteil ist unerwünscht. Der getestete VW Passat sowie der VW Tiguan (beide „befriedigend“) bremsen das Gespann so extrem ab, dass der nachfolgende Verkehr durch die „Fast-Vollbremsung“ gefährdet wird. Dass es auch anders geht, zeigt die Mercedes C-Klasse. Hier greift die Stabilisierung genau im richtigen Moment, kritisches Aufschaukeln des Anhängers wird verhindert. Auch das SUV von Volvo, der XC60, bekommt ein „gut“. Das ESP greift zwar relativ spät, dafür aber effektiv ein.