Google setzt auf Spiele im Chrome Web Store

Nachdem Social-Games und Smartphone-Spiele boomen, will auch Google in den Download-Vertrieb von Spielen einsteigen und lockt Entwickler mit höheren Beteiligungen an den Einnahmen.

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Google hat auf der Game Developers Conference in Köln für seinen neuen Web Store geworben, der im Oktober für den Chrome-Browser starten soll. Spiele seien für den Suchmaschinen-Betreiber ein wichtiges Standbein, erklärte Mark DeLoura, der für Google die Beziehungen des Unternehmens zu den Entwicklern pflegen soll. Während die Retail-Verkäufe immer weiter zurückgingen, sähen Publisher von Online-Spielen und Social-Games einer rosigen Zukunft entgegen.

Der Chrome Web Store solle Anwendern helfen, web-basierte Spiele besser zu finden, sie einfacher zu laden und zu installieren. Google setzt bei der Vermarktung unter anderem auf soziale Vernetzung. Die Spiele lassen sich im Store bewerten. Andere Nutzer können sehen, was ihre Freunde über ein Spiel schreiben.

Mit über 70 Millionen Nutzern halte Chrome derzeit einem Marktanteil von 9 Prozent, erklärte DeLoura. Spiele könnten in Flash, Javascript, HTML 5 oder C++ programmiert werden und müssten sich keiner Approval-Prozedur für den Shop unterziehen. Auch bei den Kosten wolle man die Konkurrenz ausstechen. Während Spiele-Entwickler auf anderen Vertriebsplattformen 30 Prozent des Kaufpreises abtreten müssen, begnüge sich Google mit fünf Prozent "Processing fee". Neben Kaufversionen würden aber auch kostenlose Demoversionen und Abo-Modelle unterstützt. Käufer bezahlen die Spiele via Checkout in einer Währung ihrer Wahl. Entwickler könnten derzeit nur in US-Dollar ausgzahlt werden, andere Währungen und In-App-Transaktionen würden im ersten Halbjahr 2011 hinzugefügt.

Zur Demonstration zeigte Deloura fertige Web-Store-Spiele wie Plants vs. Zombies und Lego Star Wars. Chrome könne Spiele deutlich leistungsfähiger abspielen als andere Browser. So habe das hauseigene Googe Web Toolkit Team den Shooter "Quake 2" allein in HTML 5 umsetzen können. (hag)