Weblisten stellt Download-Geschäft ein

Der spanische Musik-Download-Dienst Weblisten kommt einer Gerichtorder nach und schlieĂźt seine Pforten.

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Der spanische Musik-Download-Dienst Weblisten kommt einer Gerichtorder nach: Nach siebeneinhalbjähriger Geschäftstätigkeit schließt das spanische Musik-Download-Angebot seine Pforten. Damit folgt das Unternehmen der Aufforderung des Madrider Strafgerichts (Juzgado de lo Penal Nr. 3), das die Schließung des Angebotes verfügt hat. "Das Urteil ist zwar nicht in letzter Instanz gefällt, wir werden jedoch keine weiteren rechtlichen Schritte einleiten", erklärte ein Sprecher der Anwaltskanzlei Villar Arregui, die Weblisten in der rechtlichen Auseinandersetzung vertreten hat, gegenüber heise online. Damit dürfte die komplette Einstellung des Dienstes sicher sein.

Man ziehe die Konsequenzen aus der veränderten urheberrechtlichen Situation in Spanien und dem zunehmenden Druck durch die Musikindustrie, die das unliebsame Angebot ausschalten wolle. Weblisten zählt zu den Pionieren der Online-Musik und verkaufte Musik ohne aktiven DRM-Schutz. Die frei kopierbaren MP3-Dateien enthielten lediglich ein Wasserzeichen. Kunden von Weblisten sollen bereits gezahlte Abonnements-Gebühren zurückerstattet bekommen.

Um die rechtliche Situation von Musik-Downloaddiensten wie Weblisten gibt es heftigen Streit, da teilweise nur Verträge mit nationalen Rechteverwertungsgesellschaften vorliegen, die die Verbände der Musikindustrie beispielsweise nicht als europa- oder weltweit gültig ansehen. Auch der russiche Downloaddienst AllofMP3 ist aus diesem Grund umstritten -- selbst die Rechtsexperten sind sich nicht einig, ob die Nutzung von AllofMP3 in Deutschland legal ist. Zuletzt hatten Recherchen des SWR3 die Redaktion zur Ansicht gebracht, dass AllofMP3 in Deutschland legal sei, während eine Expertise, die c't in Auftrag gegeben hatte, die Auffassung vertrat, AllofMP3 dürfe seine Angebote nicht in Deutschland machen. In der EU-Kommission scheint sich auch angesichts solcher Rechtsunsicherheiten langsam die Ansicht durchzusetzen, dass Verwertungsgesellschaften unter anderem zumindest europaweite Lizenzen vergeben müssten. (sha)