Buchkritik: Die Chronik des Automobils seit 1946

Rund 1800 Seiten umfasst die "Chronik des Automobils". Sie dokumentiert mit zeitgenössischen Beiträgen aus der Zeitschrift "Das Auto" und ihrer Nachfolgerin die Evolution des Pkw über 60 Jahre hinweg

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  • tro
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Hannover, 24. September 2010 – Deutschland im Dezember des Jahres 1946: Die Städte sind noch Trümmerlandschaften, die Menschen leiden unter Hunger und Kälte – Nahrungsmittel sind rationiert. In dieser schweren Zeit, in der ein Sack Kartoffeln schon viel wert ist, stellt ein eigenes Auto für viele einen schier unerreichbaren Luxus dar. Dennoch kommt unter dem Titel „Das Auto“ die erste Ausgabe einer Zeitschrift heraus, die einzig Kraftfahrzeuge und Motorsport zum Thema hat. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen erweist sich die Neugründung als Erfolg. Denn heute, mehr als 60 Jahre später, gibt es die Zeitschrift unter dem Namen „Auto Motor und Sport“ (ams) noch immer. Die Redaktion hat aus den zahlreichen Beiträgen aus den letzten sechs Jahrzehnten eine Chronik der Autos zusammengestellt, die Deutschland seitdem bewegt haben. Die Chronik soll dem Leser einen Überblick über die Geschichte des Autos in der Zeit von 1946 bis 2009 geben.

Herausgekommen ist dabei ein sechsteiliger Band mit insgesamt rund 1800 Seiten, auf denen verschiedene Modelle in zeitgenössischen Beiträgen aus der ams vorgestellt werden. Es sind längst nicht nur die schönsten oder schnellsten Fahrzeuge der vergangenen 60 Jahre, die in der Chronik eine Rolle spielen. Natürlich dürfen Klassiker wie der Mercedes 300 SL Flügeltürer von 1955 oder der kaum weniger legendäre und fast 370 km/h schnelle McLaren F1, der im Jahr 1994 ebenfalls mit Flügeltüren ausgestattet war, in einem solch umfassenden Werk nicht fehlen.

Buchkritik: Die Chronik des Automobils seit 1946 (6 Bilder)

"Die Chronik des Automobils" - sechs Jahrzehnte "ams" in sechs Bänden

(Bildquelle: Paul Pietsch Verlage GmbH & Co.)

Doch auch die „Brot-und-Butter“-Autos, die in der Masse das Straßenbild prägten, sind zahlreich vertreten. Darunter auch die kleinen Fahrzeuge, wie der Lloyd LP 300 oder der Fiat 500, die gemeinsam mit anderen Kleinstwagen für viele Menschen in den ersten Nachkriegsjahren den Einstieg in die automobile Welt ermöglichten. Nicht vergessen wurden darüber hinaus die zahlreichen Familienkutschen in Gestalt von Kombis und Minivans, luxuriöse Limousinen, sportliche Coupés oder rassige Roadster und schließlich Geländewagen und SUVs, die im Laufe der Jahre die deutschen Straßen eroberten.