Profitable Bremsenergie
Der städtische Verkehrsbetrieb in Philadelphia will mit Hilfe seiner U-Bahnen Strom sparen und zugleich eine halbe Million Dollar im Jahr verdienen.
Die zuweilen hektische Suche nach neuen Energiequellen macht erfinderisch: Die Southeasten Pennsylvania Transportation Authority (SEPTA) will die gute alte U-Bahn anzapfen. In einem Pilotversuch installiert die SEPTA in ihrem U-Bahn-Netz eine intelligente Netztechnologie, die ihre Stromkosten um bis zu 40 Prozent senken könnte. Der Clou daran ist ein leistungsfähiger Akku in einem der Bahnhöfe, der die in Elektrizität umgewandelte Bremsenergie der Züge speichert, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die wird dann beim Anfahren wieder an die Züge zurückübertragen, um die Beschleunigung zu unterstützen.
Das verringert nicht nur die Stromproduktion für das U-Bahn-Netz andernorts – überschüssige Energie könnte sogar ins Stromnetz der Stadt eingespeist werden. Sollte die Technologie in allen 38 Bahnhöfen in Philadelphia installiert werden, könnte die SEPTA pro Jahr zusätzliche Einnahmen von einer halben Million Dollar verbuchen. Das Projekt zeigt, wie finanziell klamme öffentliche Verkehrsbetriebe vom Aufbau intelligenter Stromnetze profitieren könnten.
Ähnlich wie in den Antrieben von Hybridautos wird beim Bremsen die kinetische Energie von U-Bahnen mittels Generatoren an den Rädern in Elektrizität verwandelt. Ohne den Stationsakku könne sie aber nur an einen anderen Zug übertragen werden, wenn der zur selben Zeit anfahre, sagt Laurie Actman von der IT-Firma Viridity Energy, die für die SEPTA die Steuersoftware entwickelt. Ansonsten gehe die Energiemenge verloren. Mit der Batterie kann diese Effizienzlücke geschlossen werden.
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(bsc)