UPC Austria will mit Inode wachsen

Der vorige Woche abgeschlossene Kauf von Inode sei keine Konsolidierungsakquisition, betont der neue Inode-COO Gerald Schwanzer.

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Der Kabelnetzbetreiber UPC Austria hat heute eine neue Unternehmensstrategie präsentiert. Der am Donnerstag abgeschlossene Kauf von Inode sei keine Konsolidierungsakquisition, betonte der neue Inode-COO Gerald Schwanzer. Mit dem Internet-Provider wolle die Gruppe sowohl im Business- als auch im Privatkundenbereich stark wachsen. Inode soll als eigenes Unternehmen mit eigener Marke zumindest im Businessbereich erhalten bleiben, parallel dazu das Internetzugangsangebot unter der UPC-Marke Chello auf ganz Österreich ausgeweitet werden. Die bisherigen Inode-Manager bleiben als Konsulenten bis auf Weiteres an Bord.

UPC Austria verfügt über Coaxial-Kabelnetze in Wien, Graz, Klagenfurt, Wiener Neustadt und dem Bezirk Baden. Die schweizerische Konzernschwester Cablecom versorgt zudem große Teile von Vorarlberg. Insgesamt lagen bisher rund 30 Prozent der Haushalte im Einzugsbereich. "Gebiete, die jetzt nicht verkabelt sind, werden auch nicht mehr verkabelt", stellte UPC- und Inode-CEO Thomas Hintze klar. Vielmehr soll die Entbündelung für DSL vorangetrieben werden. Derzeit würde die Inode-Infrastruktur 52 Prozent aller österreichischen Haushalte erreichen, in vier bis fünf Jahren sollen es 70 bis 80 Prozent sein. Liechtenstein ist bereits komplett entbündelt.

Zusätzlich verfügt UPC über WiMAX-Frequenzen in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Oberösterreich, der Steiermark, Kärnten, Osttirol und Teilen Salzburgs. Diese sollen zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden, um Lücken zu füllen und die Abdeckung auf 90 Prozent aller Haushalte zu erweitern. Noch in diesem Jahr sollen erste Tests durchgeführt werden. Die Frequenznutzungsrechte in Tirol und Teilen Salzburgs wurden vor kurzem an den Kabelnetzbetreiber Telesystem Tirol übertragen, der in einer Marketinggemeinschaft die Marke Chello nutzt.

UPC Austria sei jetzt eigentlich kein Kabelnetzbetreiber mehr, sondern setze auf verschiedenen Technologien, so Hintze. Mit der Übernahme sei der Umsatzanteil mit Kabel-TV auf unter 25 Prozent gefallen. Wann IPTV im Inode-Netz angeboten wird, ist unklar – nach wie vor gibt es keine Übereinkommen mit den Rechteverwertern.

2005 hatte Inode 57,8 Millionen umgesetzt – das bedeutete ein Plus von 56 Prozent gegenüber 2004 –, UPC 259 Millionen Euro (plus 7 Prozent). Gewinnzahlen werden nicht verraten. Das nun zugekaufte DSL-Know-how will Hintze nutzen, um die Bedeutung des Standortes Wien innerhalb des Konzerns Liberty Global weiter zu stärken. Bereits jetzt werden von Österreich aus über 800.000 Breitband-Kabel-Nutzer in Kabelnetzen europäischer Schwestergesellschaften betreut. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)