Online-Reiseportale wegen Lockvogelangeboten in der Kritik

Bei Überprüfungen von Pauschalreiseangeboten verteuerten sich einzelne Offerten während des Buchens deutlich, in einem Fall sogar von 916 auf 2180 Euro pro Person.

vorlesen Druckansicht 88 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • dpa

Die Preisvergleiche von Internet-Reiseportalen sind laut einem Bericht des MDR-Fernsehmagazins Umschau zum Teil durch Lockvogelangebote verfälscht. Einige der untersuchten Pauschalreise-Angebote hätten sich im Verlauf der Buchung deutlich verteuert, berichtet das Magazin. Als Beispiel nannte es eine dreiwöchige Teneriffa-Reise, deren Preis sich während des Buchungsvorgangs von 916 auf 2180 Euro pro Person erhöhte. Untersucht wurden die Preise der beiden Marktführer bei den Preissuchmaschinen für Pauschalreisen, Expedia und Holidaycheck.

Michael Buller, Vorstand des Verbands Internet Reisevertrieb (vir), erklärte die Befunde mit "Datenproblemen der Veranstalter". Die kritisierten Angebote seien aber Einzelfälle. "Wenn es so schlimm wäre, hätten wir keine Buchungen mehr", sagte Buller im Gespräch mit dem dpa-Themendienst.

Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband sieht dagegen in den verzerrten Ergebnissen eine wettbewerbswidrige Lockvogelwerbung. Wenn eine Systematik dahinter nachzuweisen sei, könnten Verbraucher diese Praxis abmahnen. "Wenn es abmahnfähig wäre, hätten wir schon längst eine Abmahnung auf dem Tisch", entgegnete Buller.

Der vir-Vorstand gab zu, dass es Probleme bei der Kalkulation der Reisepreise für Kinder gebe. Umschau kritisiert, dass in einigen Fällen Kinderrabatte nicht berücksichtigt worden seien. Der Grund dafür seien verschiedene Definitionen des Preises pro Person. Bei manchen Internet-Plattformen werde bei Kindern 50 Prozent des Preises, bei anderen 100 Prozent berechnet. Die Anbieter arbeiteten aber daran, die Regeln zu vereinheitlichen, kündigte Buller an. (jk)