Bit-Rauschen: RAM-Panik und Monsterserver

US-Firmen stehen bei koreanischen DRAM-Firmen Schlange, um Chips zu reservieren. AMD-Chefin Su ist stolz auf KI-Server. China tĂĽftelt an EUV-Lithografie.

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Aufmacher Kolumne Bit-Rauschen
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Die RAM-Knappheit dauert noch eine Weile an, das legt auch ein Bericht der Wirtschaftszeitung Korea Economic Daily nahe. Deren Onlinedienst Hangkyung hat offenbar Informanten in großen Hotels im Umland von Seoul. Von diesen erfuhren die Journalisten, dass Manager von US-Konzernen wie Apple, Dell, Google und Amazon zahlreiche Hotelzimmer gebucht hatten. Sie reisten anscheinend in Scharen an, um den beiden weltgrößten Speicherchipherstellern Samsung und SK Hynix langfristige Lieferverträge aus den Rippen zu leiern. Denn ohne genügend RAM geraten die Wachstumspläne der Hardwarehersteller und Clouddienstleister ins Wanken. Laut dem Bericht haben die DRAM-Hersteller allerdings kein Interesse an mehrjährigen verbindlichen Liefer- und vor allem Preiszusagen für Standardprodukte. Sie wollen vielmehr ordentlich von den vermutlich deutlich steigenden RAM-Preisen profitieren. Die Aktienkurse von Samsung Electronics und SK Hynix schweben derzeit in astronomischen Höhen, der von SK Hynix stieg seit Januar 2025 um 280 Prozent.

Nvidia-Boss Jensen Huang präsentierte sich gewohnt cool, passend zu seiner schwarzen Lederjacke. Die trug er auch wieder auf der IT-Veranstaltung CES Anfang Januar in Las Vegas zur Schau. Zur RAM-Knappheit sagte er, in Bezug auf KI-Beschleuniger habe Nvidia vorgesorgt. Dabei geht es aber hauptsächlich nicht um Standardchips wie DDR5 und GDDR7, sondern vorwiegend um superteures High Bandwidth Memory der dritten und vierten Generationen (HBM3e/HBM4), bei dem es wesentlich weniger Konkurrenzdruck gibt. Für die technisch komplexen HBM-Stapel schließt Nvidia ohnehin längerfristige Verträge und sogar Entwicklungspartnerschaften ab.

Prozessorkolumne Bitrauschen

Was der Nvidia-Chef dabei unter den Tisch fallen ließ, sind neue Gaming-Grafikkarten. Denn eigentlich waren zur CES neue „Super“-Versionen der Baureihe GeForce RTX 5000 erwartet worden, unter anderem welche mit mehr GDDR7-RAM als die bisherigen Versionen. Die wurden aber nicht vorgestellt, vermutlich wegen knapper RAM-Chips. Die sind nicht nur für die Grafikkarten selbst ein Problem, sondern auch für die PCs, in die man sie einbauen könnte. Denn die Kauflust der Gamer leidet unter den enormen Speicherpreisen: Zurzeit muss man für 32 GByte DDR5-RAM mehr als 400 Euro auf den Tisch legen.

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