BenQ-Chef zu Gesprächen in Deutschland

Die Proteste der IG Metall gegen die Übernahme der Siemens-Handysparte seien aber nicht der Hintergrund der Reise, sagte ein BenQ-Manager, sondern Gespräche mit wichtigen Kunden.

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  • dpa

Vor dem Hintergrund von Arbeitnehmerprotesten gegen die Übernahme der Siemens-Handysparte ist BenQ-Chef Lee Kun-Yao nach Deutschland gereist. Lee wolle mit wichtigen Kunden sprechen, sagte BenQ-Manager Huang Wei-kai der dpa. "Das wichtigste nach der Übernahme ist, unser Geschäft in Gang zu bringen." Die Proteste der IG Metall seien nicht der Hauptgrund für die Reise. Die taiwanische Zeitung Economics Daily News hatte berichtet, Lee sei zu Verhandlungen mit der IG Metall nach Deutschland geflogen.

Die IG Metall sorgt sich um die Sicherheit der Arbeitsplätze in Deutschland. Im vergangenen Jahr hatten sich die Arbeitnehmer in den Siemens-Telefonwerken Kamp-Lintfort und Bocholt auf längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn eingelassen. Siemens gab im Gegenzug eine Jobgarantie bis Mitte 2006. Die IG Metall droht nun mit der Kündigung dieses Zusatztarifvertrags, weil Lee angedeutet hat, dass die Produktion teilweise in Billiglohnländer verlagert werden könnte. Huang Wei-kai betonte nun, BenQ habe klare Verträge mit Siemens geschlossen und stehe dazu. Demnach gilt der Ergänzungstarifvertrag weiter. Was allerdings nach Mitte 2006 passiert, ließ BenQ bisher offen. (dpa) / (anw)