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Agibot: Humanoide Roboter mit gemeinsamer KI Plattform

Vorbei die Zeiten, in denen Roboter nach drei Schritten umfallen. Agibot arbeitet an einer einheitlichen Architektur fĂĽr vier durchaus agile Robotertypen.

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Bild von Agibot auf einem orientalischen Teppich

Agibot A2 bewegt sich stabil auf zwei Beinen, gibt die Hand und interagiert ĂĽber Sprachausgabe, Gesten und eine visuelle Gesichtsanzeige.

(Bild: AndrĂ© Kramer / heise medien)

Lesezeit: 4 Min.
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das 2023 in Shanghai gegründete Unternehmen Agibot hat auf der CES 2026 drei humanoide und einen vierbeinigen Roboter vorgestellt, die eine gemeinsame Systemarchitektur nutzen. Anders als viele langsame und schwerfällige Modelle bewegen sie sich durchaus agil und sicher.

Der Ansatz: „Ein Roboterkörper, drei Intelligenzen“ führt Bewegungssteuerung, Interaktion und Aufgabenlogik zusammen. Alle Modelle nutzen ein gemeinsames Trainingssystem, um Wahrnehmung, Sprachausgabe und Körperbewegung miteinander zu verbinden. Auf der Messe war es mangels schneller Internetverbindung allerdings nicht möglich, mit den Robotern zu interagieren.

Daten aus Kameras, Tiefensensoren und Rückmeldungen von Bewegungen dienen als Trainingsmaterial für die Roboter-KI. Nach eigenen Angaben kann Agibot erlernte Fähigkeiten wie Greifen, Tragen oder Navigation zwischen unterschiedlichen Robotertypen übertragen. Das reduziere den Trainingsaufwand und mache Funktionen über mehrere Einsatzbereiche hinweg nutzbar.

Auch die Hardware sei auf Serienfertigung ausgelegt: Agibot habe bereits mehrere tausend humanoide Roboter gefertigt und ausgeliefert. Die Systeme kommen unter anderem im Service, in der Logistik, in der industriellen Fertigung und in Forschungseinrichtungen zum Einsatz.

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Die A2-Serie ist mit 1,69 Metern Höhe und 69 Kilogramm Gewicht als lebensgroßer humanoider Roboter für serviceorientierte Umgebungen wie Empfangsbereiche und Showrooms ausgelegt. Seit November 2025 hält er den Guinness-Weltrekord für den längsten Robotermarsch über eine Distanz von gut 106 Kilometern.

Der Roboter verfügt über 40 Freiheitsgrade in Kopf, Rumpf, Armen und Beinen. Er ist auf natürliche Ganzkörperbewegungen und multimodale Interaktion ausgelegt. Seine Umgebung erfasst A2 über LiDAR-Sensoren und RGB-Kameras. Stehend soll der 14,4-Ah-Akku den Roboter drei Stunden lang mit Energie versorgen können, gehend nur 1,5 Stunden.

Agibot interagiert über Sprachausgabe, Gesten und eine visuelle Gesichtsanzeige. Der Akku lässt sich im laufenden Betrieb tauschen. Sicherheitsfunktionen umfassen sensorbasierte Kollisionsvermeidung, Verhaltensanpassungen bei menschlicher Nähe sowie einen Not-Stopp-Abschaltmechanismus. Laut Hersteller erfüllt die gesamte Roboterplattform mehrere internationale Sicherheitszertifizierungen.

Die A2-Serie von Agibot ist lebensgroß und hält den Weltrekord für den bisher längsten Marsch eines Roboters über 100 Kilometer Distanz.

(Bild: heise medien / André Kramer)

Die X2-Serie ist ein kleinerer humanoider Roboter mit einer Höhe von 1,31 Metern und einem Gewicht von etwa 36 Kilogramm. Trotz der kompakten Bauweise bietet der Roboter 31 Freiheitsgrade, darunter fein bewegliche Arme und Hände. Mehrere RGB-Kameras und ein 3D-LiDAR-System unterstützen Navigation und Interaktion.

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Der Fokus liegt auf ausdrucksstarker Bewegung, etwa für ein menschenähnliches Gangbild und Tanz- oder Sportdemonstrationen. X2 ist für Forschung, Lehre und Unterhaltung konzipiert. Ein Display kann Mimik und somit emotionale Zustände vermitteln. Wie die anderen Modelle verfügt auch X2 über mehrstufige Sicherheitsmechanismen, die die Geschwindigkeit reduzieren oder Bewegungen stoppen, wenn Personen zu nahe kommen.

Die X2-Serie ist kleiner, agiler und eher auf Show ausgerichtet, wie er mit dieser Kung-Fu-Geste beweist.

(Bild: heise medien / André Kramer)

Die G2‑Serie richtet sich an industrielle Anwendungen wie Fertigung und Logistik. Der Roboter ist etwa zwei Meter hoch, trägt bis zu fünf Kilogramm pro Arm und verfügt über 27 Freiheitsgrade. Statt auf Beinen bewegt er sich auf einem Wagen, der einem Mähroboter ähnelt.

Seine feinfühligen Hände sind mit mehreren taktilen Sensoren ausgestattet, die Kraft, Position und Temperatur erfassen. Das soll präzise Aufgaben wie Sortieren, Falten oder kontrolliertes Greifen ermöglichen. G2 kann sowohl autonom arbeiten als auch per VR-Brille oder Motion-Capture ferngesteuert werden. Ein duales Batteriesystem mit automatischer Docking-Ladung erlaubt Dauerbetrieb. Rundumsensorik, Verhaltenssicherungen und Abschaltmechanismus sollen den Einsatz in gemischten Mensch-Roboter-Umgebungen absichern.

Die G2-Serie richtet sich an die Industrie. Die humanoide Form weicht zumindest unterhalb der GĂĽrtellinie dem Pragmatismus: Er rollt statt zu gehen.

(Bild: Agibot)

Die vierbeinige Roboterserie D1 ist für den Einsatz in unwegsamem Gelände gedacht und steckt in einem nach IP67-Standard wetter- und staubgeschützten Gehäuse. Zur Ausstattung gehören LiDAR-Sensoren, Tiefenkameras, Positionssensoren sowie Funkmodule für Bildübertragung und 5G-Kommunikation.

Der wetterfeste Vierbeiner D1 soll sich in unwegsamem Terrain zurechtfinden, etwa für Notfalleinsätze.

(Bild: Agibot)

Der Roboter kann laufen, springen, klettern und seine Gangart an unterschiedliche Untergründe anpassen. Module und Aufbauten lassen sich über eine SDK-Schnittstelle integrieren, etwa für industrielle Inspektionen oder Notfalleinsätze.

heise online ist Medienpartner der CES 2026

(akr)