Sun gibt Ausblick in die Java-Zukunft
Sun gab auf der Entwicklerkonferenz JavaOne einige Details der nächsten beiden Ausgaben 6 und 7 der Java Standard Edition und der Entprise Edition bekannt.
Im Sommer nächsten Jahres will Sun die Java Standard Edition 6 fertig stellen. Entwickler können sich mit den wöchentlich aktualisierten Snapshot-Releases ein Bild der neuen, intern Mustang genannten Java-Ausgabe machen. Sun hat die Namensgebung der Java-Produktfamilie wie angekündigt vereinfacht und die Ziffer 2 in den Titeln der nächsten Ausgaben eingespart.
Sun-Fellow Graham Hamilton stellte auf der JavaOne einige der Neurungen vor, die in den nächsten drei Jahren auf die Java-Entwicklergemeinde zukommen: Mustang bringt neue XML-Bibliotheken mit, auch die Webservice-Funktionen seien verbessert worden. Die weiterentwickelten Annotationen sollen dem Programmierer lästige Tipparbeit ersparen. Diese frei definierbaren Code-Tags sind seit Java 5 Bestandteil der Sprache und helfen bei der automatischen Generierung von Quellcode. Java 6 soll zusätzliche Skriptsprachen besser anbinden können. Für mehr Geschwindigkeit im Systemkern sorge ein schneller Code-Verifier und eine verbesserte Dateiverarbeitung.
Dank eines neuen Look&Feel-Plug-ins sollen sich Java-Anwendungen zukünftig auch in den Longhorn-Desktop unauffällig einfügen. Die Java-VM laufe friedlich neben Microsofts .NET-CLR, betont Hamilton.
Auch den nächsten Meilenstein hat Sun schon eingeplant: Die Java Standard Edition 7, Code-Name "Dolphin", soll im Frühjahr 2008 erscheinen. Die neue Java-Sprache soll dann XML-Datentypen direkt unterstützen. Sun will die Entwicklung von Java Management Extensions (JMX) erleichtern; die Schnittstellen-Komponenten für die Konfiguration und Wartung von Java-Anwendungen (MBeans) werden sich bequem mit neuen Annotationen generieren lassen. JMX-Komponenten sollen sich auch als Webservices ansprechen lassen. Die Administration von Java-Software soll ein neues Paket-System erleichtern, das Abhängigkeiten zwischen den Bibliotheken berücksichtigt.
Mit der Ausgabe 5 der Java Enterprise Edition verspricht Sun wieder einmal, die Entwicklung von Server-Anwendungen zu vereinfachen; auch hier spielen die Annotationen eine tragende Rolle. Das neue Persistenz-API der EJB 3.0 soll die Speicherung von Java-Objekten in Datenbanken vereinfachen und auch einfache Java-Objekte verarbeiten, die keine besonderen Schnittstellen implementieren mĂĽssen.
Zur Entwicklerkonferenz JavaOne siehe auch: (kav)
- Aktualisiertes Java Entwicklerkit bei Sun
- Sun öffnet Quellcode für Java Enterprise Application Server
- Java fĂĽr Handys wird ausgebaut
- Nokia setzt auf die Fernkonfiguration von Series-60-Handys
- Blu-ray-Player erhalten Java-Steuerung