Geldmangel bei Sendo

Dem britischen Mobiltelefon-Hersteller steht laut Medienberichten eine Ăśbernahme durch einen Konkurrenten bevor.

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Der britische Mobiltelefonproduzent Sendo hat finanzielle Schwierigkeiten. Deshalb steht laut Medienberichten eine Übernahme durch einen Konkurrenten bevor. Demnach laufen bereits Verhandlungen mit drei Handyherstellern, darunter Motorola. Sendo könnte einem großen Hersteller vor allem Know-how für die Produktion von Geräten im Low-End-Bereich bringen.

Seit kurzem lässt sich Sendo Tips von der Consulting-Firma Kroll für eine Umstrukturierung geben. "Es ist definitiv der Fall, dass wir uns finanziell in stürmischen Gewässern befinden, daher suchen wir nach Lösungen", wird Sendo-CEO Hugh Brogan zitiert. Es heißt, seine Firma müsse in wenigen Wochen Gläubigerschutz beantragen, wenn die Übernahmeverhandlungen keinen Erfolg zeitigten.

Sendo hat 2003 1,6 Millionen, im vergangenen Jahr 4,5 Millionen bis 5 Millionen Handys verkauft; für das laufende Jahr werden 6,5 Millionen Stück erwartet. Der weltweite Handymarkt umfasste vergangenes Jahr 715 Millionen Telefone (davon 63 Prozent GSM-Handys), 2005 könnten es rund 750 Millionen Stück werden. Im Ende 2003 abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die Firma bei einem Umsatz von 56,1 Millionen Pfund (aktuell 84,4 Millionen Euro) einen Verlust von 41,3 Millionen Pfund (62,1 Millionen Euro) gemacht. Der Umsatz im laufenden Jahr wird auf 200 Millionen Pfund (300 Millionen Euro) geschätzt. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter.

Ein bekanntes Sendo-Modell ist das nie auf den Markt gekommene Windows-Smartphone Z100. Im November 2002 hatte der Hersteller dem damaligen Teilhaber Microsoft vorgeworfen, interne Informationen und Expertenwissen abgezogen zu haben. Die Produktion des Z100 wurde gestoppt, die Smartphone-Entwicklung auf Basis von Nokias [#2405 Series-60]-Plattform fortgesetzt. Im September 2004 legten Sendo und Microsoft den Streit bei. Seit März befindet sich Sendo in einem Patentstreit mit Ericsson. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)