Humanoide Roboter in der Autoindustrie: BMW testet in USA und Deutschland

BMW testet den Einsatz humanoider KI Roboter in der Produktion. Ob sie klassische Industrieroboter verdrängen können, ist offen.

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(Bild: Dirk Kunde)

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  • Dirk Kunde
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Man hört ihn kaum kommen. Leise rollt Aeon über den Holzboden und bleibt vor dem Publikum stehen, die Arme leicht angewinkelt. Wo der Mensch sein Gesicht hat, leuchtet auf einem Bildschirm eine weiße senkrechte Linie. Was soeben in der fünften Etage des BMW Talent Campus in München beinahe beiläufig in den Raum fährt, ist für den Autobauer mehr als nur Show: Der humanoide Roboter soll perspektivisch Aufgaben übernehmen, die bislang Menschen oder spezialisierten, fest installierten Industrierobotern vorbehalten sind. Wir beleuchten bei einem Firmenbesuch auch, wie Menschen als Mitarbeiter damit umgehen.

Statt auf zwei Beinen bewegt sich der ansonsten humanoide Roboter auf Rollen. „Tempo und Wendigkeit sind die Gründe“, sagt Arnaud Robert, Präsident von Hexagon Robotics. Das Unternehmen gehört zum schwedischen Hexagon-Konzern, der auf Vermessung, digitale Zwillinge und automatisierte Steuerung spezialisiert ist. Mit Aeon prüft BMW, ob sich flexible, lernfähige „Physical AI“ in bestehende Produktionslinien integrieren lässt – also dort, wo klassische Roboterarme zwar schnell und präzise, aber eben unbeweglich sind.

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  • BMW testet unterschiedliche humanoide Roboter in seinen Werken in Deutschland und den USA.
  • Die Systeme lernen per Simulation und Imitation und orientieren sich im Raum mit Sensorfusion in 3D-Punktwolken.
  • Ob humanoide Roboter die Zukunft bestimmen, hängt von der Wirtschaftlichkeit im Serienbetrieb ab.

Der Name Aeon ist vom griechischen Aion für Ewigkeit oder Zeitlosigkeit abgeleitet. „Außerdem lässt es sich einfach aussprechen“, sagt Robert. 2,5 Meter pro Sekunde schnell ist der Roboter auf seinen Rädern unterwegs, also so flott wie ein Jogger. Doch entscheidend ist nicht Tempo oder Namensgebung, sondern ob sich ein solches System wirtschaftlich in den Serienbetrieb einfügt – und ob die versprochene neue Flexibilität der Automatisierung in der Praxis tatsächlich trägt.

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