Neuzulassungen im September 2010

Nach drei Quartalen bewegen sich die Neuzulassungen weiter auf schwachem Niveau. Ăśberraschen kann nur der nach wie vor hohe Anteil von Neuwagen nach Euro-4-Norm

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Von
  • Gernot Goppelt
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Hannover, 20. Oktober 2010 – Wie kaum anders zu erwarten, zeigen die Zulassungszahlen des vergangenen Septembers das gewohnte Bild. Statistik-Fans und Symmetriefreunde mögen sich daran erfreuen, dass die Kurve über jeden Monat dieselben Ausschläge macht wie in den Jahren zuvor. Es ist in der Tat erstaunlich, wie der Automarkt abhängig von Jahreszeit und anderen wiederkehrenden Ereignissen nach immer demselben Muster verläuft. Nüchtern betrachtet verläuft die hübsche Kurve aber einfach nur weit unterhalb jener von 2009.

Die Ursachen sind bekannt: Die Nachwirkungen der Umweltprämie und somit ein gesättigter Kleinwagenmarkt verhageln die Saison, was freilich vielen Autoherstellern wenig Sorgen macht. Der europäische Automarkt stagniert ohnehin, wer kann, sucht sein Glück woanders, derzeit vor allem in China. Beispiel Volkswagen: Der Konzern konnte im September im Vergleich zum Vorjahresmonat seinen weltweiten Absatz um 7,9 Prozent auf 663.100 Autos steigern. Insgesamt stieg er nach Unternehmensangaben in den ersten drei Quartalen um 12,7 Prozent auf 5,37 Millionen Exemplare.

Neuzulassungen im September 2010 (13 Bilder)

Eine tolle Karriere: Der X3 ist mittlerweile BMWs beliebtestes SUV. Vor ihm rangiert in der Zulassungsstatistik nur der VW Tiguan. (Bild: BMW)

Allein in China lieferte Volkswagen in diesem Zeitraum 1,48 Millionen Fahrzeuge (+39 %) aus, in den USA 267.500 Stück (+21,2 %) in Europa 2,5 Millionen Autos (+1,1 %) – davon in Deutschland 770.000 Exemplare (-19,3 %). Das heißt: Schon jetzt verkauft Volkswagen fast ein Drittel seiner Autos in China, und es lockt ein offensichtlich rapides Wachstum. Noch erfreulicher ist die Situation für die deutschen "Premiumhersteller". Elektromobilität hin und her – ein Mercedes, BMW oder Audi ist auch oder erst recht in Asien ein begehrtes Statussymbol.

Zwar warnt zum Beispiel BMW-Chef heute trotz wieder glänzender Geschäfte der Autobauer vor zu großer Euphorie. "Wir freuen uns alle, wie 2010 läuft", sagte Reithofer auf einem Automobilkongress in Nürtingen laut dpa. "Aber die Zukunft wird volatiler sein, als wir das in den letzten zehn Jahren gewöhnt waren … unsere Branche befindet sich in einer Phase der Transformation, des Umbruchs und des Aufbruchs". Eine große Herausforderung für die Autobauer seien die immer differenzierteren Anforderungen an die Mobilität.