BMW startet Pilotprojekt "BMW on Demand"
- Gernot Goppelt
Daimler und Peugeot haben es vorgemacht und jetzt startet auch BMW ein Projekt zur Kurzzeitmiete seiner Autos. Mit dem stundenweisen Mietangebot reagiere BMW auf das zunehmende BedĂĽrfnis von Kunden, in Freizeit und Beruf verschiedene Autos nutzen zu wollen, hieĂź heute in einer Pressemitteilung.
Experten gehen davon aus, dass die Bewohner von Großstädten und Ballungszentren in den nächsten Jahren immer seltener ein Auto besitzen und statt dessen vermehrt auf kurzfristige Mietangebote zurückgreifen werden. Konkurrent Daimler will im Frühjahr sein Carsharing-Projekt "Car2Go" nach Ulm und Austin (Texas) auf Hamburg ausdehnen. Bei diesem zahlen registrierte Nutzer im Minutentakt, wenn sie in der Stadt bereitgestellte Kleinwagen der Daimler-Marke Smart nutzen.
Nach BMWs Mietmodell zahlt man auch bei längerer Fahrt nur für maximal vier Stunden.
(Bild:Â BMW)
Das "BMW on Demand" genannte Angebot startet in der Münchener BMW-Welt und soll später auf weitere Standorte in München ausgeweitet werden. Das Pilotprojekt soll ein Jahr laufen. Konkret soll die Buchung eines bestimmten Modells mit der gewünschten Farbe und Ausstattung per Internet, Hotline oder persönlich in der BMW-Welt erfolgen. Die Preise richten sich nach Modell und Tageszeit und reichen je nach Modell von 16 bis 32 Euro. Im Tagestarif zwischen 9 und 18 Uhr werden dabei maximal vier, im Abendtarif zwischen 18 und 9 Uhr maximal zwei Stunden berechnet. Versicherungen, Reinigung und Service sind inbegriffen.
Auch der französische Hersteller Peugeot hat ein Mobilitätskonzept aufgelegt. Bei "Mu by Peugeot" kann der Kunde mit einer Prepaid-Karte aus der gesamten Fahrzeugpalette des Herstellers vom Kleinwagen bis zum Transporter wählen, aber auch Fahrräder oder Scooter für eine bestimmte Zeit anmieten. Peugeot verfolgt damit unter anderem die Ziele, bei den Händlern vorrätige Testwagen intensiver zu nutzen und einen besseren Kontakt zu den Kunden herzustellen.
Das BMW-Projekt unterscheidet sich insofern deutlich von der Konkurrenz, als die verfügbare Modellpalette kein ausgesprochenes Stadtauto enthält. Offenbar wollen die Münchner zunächst einmal Erfahrung in der organisatorischen Abwicklung sammeln. Besonders beim Aufkommen mit Elektroautos ist damit zu rechnen, dass sich wegen der hohen Anschaffungspreise und der geringen Reichweiten Mietmodelle vermehrt etablieren. (Mit Material der dpa) (ggo)