Terror-Theater

Auch neun Jahre nach dem 11. September quälen uns Sicherheitsbehörden am Flughafen mit Willkür und technisch völlig unverständlichen Entscheidungen. Wann kehrt endlich Vernunft ein?

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Offenbar scheint es bei der für die Flughafensicherheit in den USA zuständigen Transportation Security Administration einige echte Apple-Fans zu geben. Nachdem die dem Heimatschutzministerium angegliederte Behörde bereits das iPad als so harmlos eingeordnet hatte, dass es im Zweifelsfall im Rucksack oder der Tasche verbleiben darf, während es durch das Röntgengerät rollt, hat nun auch die neueste Laptop-Generation des trendigen Computerherstellers diese offizielle Distinguierung erhalten. Offenbar ist das 11-Zoll große MacBook Air so klein, dass Otto-Normal-Terrorfürst es nicht für Anschläge nutzen kann - wirklich anders ist die Entscheidung der TSA, man müsse es nicht einzeln untersuchen, nicht zu erklären.

Unterdessen hat ein britischer Unternehmer den Jackpot bei allen Softdrink-Liebhabern abgeschossen, die sich nicht mehr beständig am Flughafen ausrauben lassen wollen: Er bekam die Genehmigung für neuartige Flüssigkeitsscanner, mit denen man dann ab April 2013 (!) wieder sein Lieblingssportgetränk von zuhause in den Flieger mitnehmen darf. Von Körperscannern und anderen umstrittenen Dingen will ich hier gar nicht anfangen.

Das sind nur drei Beispiele für den Irrsinn, der sich seit dem 11. September 2001 kontinuierlich im Bereich der Flughafensicherheit abspielt. Was wir brauchen, sind Lösungen, die auf gesundem Menschenverstand basieren. Derzeit wird beispielsweise jeder Passagier gleich behandelt – sei es nun aus falsch verstandener politischer Korrektheit oder dem staatlichen Glauben, man müsse alle Menschen stets gleich fies quälen. Aber ist eine 95-jährige Oma oder ein 6 Monate altes Kind wirklich genauso gefährlich wie ein Mann in bestem Terror-Alter, vulgo: 18 bis 25? Wäre es nicht sinnvoller, Ressourcen richtig zu verteilen? In Ländern, in denen man mit diesen Gefahren viel länger lebt als wir, tut man das längst.

Und dann wäre da noch eine andere Sache, die der "Atlantic"-Kolumnist Jeffrey Goldberg kürzlich aufrief: Sicherheitskontrollen an sich sind bereits ein Sicherheitsrisiko. "The coiled, closely packed lines at TSA screening sites are the most dangerous places in airports, completely unprotected from a terrorist attack – a terrorist attack that would serve the same purpose (shutting down air travel) as an attack on board an aircraft." Dem ist nichts hinzufügen. (bsc)