Amüsantes aus den Akten einer Bußgeldstelle

Mit Reimen, Zeichnungen oder originellen Formulierungen versucht mancher Verkehrs­sünder die Sach­bearbeiter milde zu stimmen. Die Zentrale Buß­geld­stelle Kassel zeigt ihr Kuriosi­täten­kabinett online

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  • ssu
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Kassel, 10. Dezember 2010 – "Tut mir leid. Ich war zu spät und zu blöd (und blond bin ich auch noch)" – mit diesen Worten räumt ein eiliger Autofahrer sein Vergehen gegenüber der Behörde ein. Ein anderer Verkehrssünder hat gleich ein Strichmännchen in den Anhörungsbogen gemalt, das auf Knien um Gnade bittet.

Diese und andere Kuriositäten haben Beamte des Regierungspräsidiums Kassel, bei dem die Zentrale Bußgeldstelle für die Region Nordhessen angesiedelt ist, im Lauf der Jahre zusammengetragen. Darin finden sich rhetorische Highlights wie "Das ist mir unbewusst, so wie ich mir erinnern kann, habe ich mir den Verkehr angepasst", Blitzerfotos von einem Schäferhund und auch Gereimtes: "Ich fuhr zu schnell, welch ein Schlamassel! / Mein Führerschein muss jetzt nach Kassel ..."

Amüsantes aus den Akten einer Bußgeldstelle (3 Bilder)

"Tut mir leid. Ich war zu spät und zu blöd (und blond bin ich auch noch)" - mit diesen Worten räumte ein eiliger Autofahrer sein Vergehen gegenüber der Bußgeldstelle ein.

Eingaben wie diese rufen auch das dichterische Talent manch eines Sachbearbeiters wach, wie diese behördliche Antwort belegt: "Es tut mir leid und fällt mir schwer / doch Klagen helfen hier nichts mehr. / Ein Bußgeld hab' ich nun erteilt, / weil Sie sich haben so beeilt ..." Nicht überliefert ist hingegen die Antwort der Behörde an einen Temposünder, der – sprachlich nicht ganz sauber aber in der Sache durchaus zutreffend – beanstandet, dass die meisten Verkehrsschilder nachts unbeleuchtet bleiben: "Sie tauchen aus den Dunkel auf, um sofort wieder zu verschwinden!"