Bitkom sieht die IT-Gipfel als Erfolg
August-Wilhelm Scheer, Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, meint, dank der IT-Gipfel sei die Breitband-Strategie der Bundesregierung aufgegangen.
August-Wilhelm Scheer, Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Btikom), sieht die IT-Gipfel als Erfolgsmodell. Beispielsweise führte er das Tempo beim Ausbau des Breitband-Netzes direkt auf ihren Einfluss zurück. Die Breitband-Strategie, den Bürgern bis Ende 2010 flächendeckend 1 MBit/s, bis Ende 2015 gar 50 MBit/s anzubieten, sei aufgegangen, sagte Scheer auf dem diesjährigen IT-Gipfel in Dresden. Insgesamt müssten laut Scheer in alle intelligente Netze (Daten-, Verkehr- und Energienetze) 130 Milliarden Euro investiert werden, damit Deutschland zukunftsfähig bleibt.
BDI-Präsident Werner Schnappauf drängte in seiner Stellungnahme die Politik darauf, das Breitband-Netz schneller und stärker weiter auszubauen. So würden Investitionen von 30 Milliarden Euro freigesetzt und 250.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle kündigte an, dass die IT-Sicherheit ein Schwerpunktthema auf dem nächsten IT-Gipfel wird, der in München stattfinden soll.
"Software kann man nicht zeigen, daher ist ein IT-Gipfel als Plattform notwendig", sagte Scheer. Er warnte die Politik davor, die technische Entwicklung durch neue Gesetze zu behindern. Die Technik sei viel schneller, die Industrie könne viel besser gegensteuern als die Politik. Als Beispiel führte Scheer die Verpixelung der Aufnahmen von der Parteizentrale der Grünen bei Google Street View an. "Wir haben mit unserem Codex darauf reagiert, dass solche Daten nicht gelöscht werden dürfen, sondern gespeichert bleiben, damit etwa im Fall einer Katastrophe der Zustand der Gebäude wiederhergestellt werden kann."
Scheer kündigte für seinen Verband eine Bildungsoffensive an. Geplant sei ein Software-Campus, der 100 Spitzenkräfte pro Jahr finanziell fördert, und ein Bitkom-Management-Club, in dem jährlich 17 Ausnahmetalente von 17 Betreuern zu jungen Führungskräften herangebildet werden sollen. Mitte 2011 soll ein zentrales, mehrsprachiges Online-Portal "Work and Study in Germany" kommenden Fachkräften das Leben in Deutschland schmackhaft machen. Besonders wichtig sei dabei, dass das nachzuweisende jährliche Mindesteinkommen deutlich gesenkt werde. Für die Zukunft erwartet Scheer eine intensive Diskussion über den Sinn der roten Linie. (anw)