Etappensieg für Wissenschaftler gegen NASA

Die NASA will bis zu drei Milliarden Dollar aus astrophysikalischen Forschungsbereichen streichen. Internationaler Protest hat sie zum Einlenken bewegt – doch die Skepsis deutscher Forschungspartner bleibt.

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Die NASA will bis zu drei Milliarden Dollar aus astrophysikalischen Forschungsbereichen respektive unbemannten Raumfahrtmissionen streichen und demgegenüber die bemannte Raumfahrt fördern: vor allem das auslaufende Space-Shuttle-Programm, den Ausbau der Internationalen Raumstation (ISS) und den Bau des neuen US-amerikanischen Raumschiffs "Crew Exploration Vehicle" (CEV).

Doch die Pläne treffen auf erbitterten Widerstand: Auf dem 37. Treffen der "Lunar and Planetary Science Conference" in Houston Mitte März musste sich NASA-Direktorin Mary Cleave harsche Kritik anhören. Der Frontalzusammenstoß zwischen Wissenschaftlern und NASA-Beamten war der vorläufige Tiefpunkt einer seit Langem nicht sehr guten Beziehung. Und er hat die Führungsebene der US-Raumfahrtagentur offenbar beeindruckt. Vergangene Woche wurde die Streichung der Asteroiden-Mission "Dawn", an der auch die Max-Planck-Gesellschaft beteiligt ist, rückgängig gemacht.

Das Schicksal des Stratosphärenteleskops "Sofia" dagegen bleibt noch offen. Das in einer umgebauten Boeing 747 fliegende Infrarotteleskop ist seit 20 Jahren in Planung und seit neun Jahren im Bau. 500 Millionen Dollar haben die USA in das Projekt investiert, 80 Millionen Euro Deutschland – hierzulande wurde das inzwischen funktionsbereite Teleskop gebaut. Auf Druck der beteiligten Wissenschaftler, unter anderem aus Deutschland, soll nun eine Revisionskomission bis Mitte des Jahres entscheiden, ob es weitergeht oder nicht.

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