Bosch startet Produktion des kleinsten Motorrad-ABS

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Von
  • Gernot Goppelt

(Bild: Bosch)

Anfang Dezember wies Bosch darauf hin, dass die EU-Kommission eine ABS-Pflicht für Motorräder fordert. Der Zulieferer informierte darüber natürlich nicht ganz ohne Eigennutz, weil er selbst mittlerweile eine recht breite Palette an ABS-Systemen anbieten kann und will.

Nun hat Bosch die Fertigung die neueste Variante der "ABS-Generation 9" für Motorräder gestartet. Das ABS 9 plus ist nach Unternehmensangaben das derzeit kleinste und leichteste Bremsregelsystem für Motorräder weltweit. Zudem zeichnet es sich durch einen zusätzlichen Drucksensor aus, der das Abheben des Hinterrads besonders früh erkennen soll. Bei Motorrädern droht bei einer Vollbremsung aufgrund der dynamischen Radlastveränderungen das Abheben des Hinterrads. In diesem Fall kann der Bremsdruck angepasst werden, um die Fahrstabilität bei starken Bremsmanövern zu verbessern.

Das Pumpengehäuse der ABS-Generation 9 ist laut Bosch sehr klein, weil es nur die Regeltechnik für zwei statt für vier Räder enthalten muss. Die Leiterplatte des Steuergeräts wird direkt auf die Hydraulik montiert, was die Vibrationsfestigkeit erhöhen soll. Aufgrund kürzerer Bremsleitungen und kleinerer Bremskolben reicht eine neu entwickelte kompaktere Rückförderpumpe. Zudem pulsiert laut Bosch der Bremshebel weniger stark und das System passt den Bremsdruck noch schneller an den Reibwert des jeweiligen Untergrunds an.

Bosch fertigt seit 1994 Antiblockiersysteme für Motorräder. Bis heute hat Bosch über 350.000 Antiblockiersysteme für Motorräder ausgeliefert. (ggo)