Vodafones Wachstum in Deutschland verlangsamt sich

Global freut sich der Mobilfunkriese über gute Ergebnisse, nur in Deutschland wächst das Geschäft nicht mehr so dynamisch. Neue Angebote wie DSL sollen das ändern.

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Vodafone, die Nummer Zwei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, ist spätestens seit der Einführung eines DSL-Angebots kein reiner Mobilfunker mehr. Das zusätzliche Geschäft aus dem Festnetz kann den Düsseldorfern nur gelegen kommen, denn in Deutschland wächst Vodafones Mobilfunksegment schwächer als bei der Konkurrenz. Knapp 180.000 neue Kunden unterzeichneten in der vergangenen drei Monaten einen Vertrag. Damit kommt Vodafone hierzulande zwar auf stolze 29,6 Millionen Kunden, nur Marktführer T-Mobile kommt mit 30,7 Millionen auf etwas mehr. Doch durfte sich die Konkurrenz auf den folgenden Plätzen um deutlich mehr Zuwachs freuen. Bei O2 unterschrieben 294.000 Menschen einen neuen Vertrag, bei E-Plus waren es gar 363.000.

Beruhigend wirkt da der Abstand, den E-Plus und O2 mit 12,2 respektive 10,6 Millionen Kunden bis zum Zweitplatzierten Vodafone zu überbrücken haben. Beruhigend ist aber auch, dass die Geschäfte für Vodafone ansonsten gut laufen. Der weltgrößte Mobilfunkkonzern hat sein Ergebnis in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres leicht steigern können. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei im Jahresvergleich um 2,8 Prozent auf 6,24 Milliarden britische Pfund (9,28 Milliarden Euro) gewachsen, teilte das Unternehmen am heutigen Dienstag in London mit. Der Umsatz sei um 4,1 Prozent auf 15,6 Milliarden Pfund (23,2 Milliarden Euro) geklettert. Konzernweit telefonieren 191 Millionen Menschen in einem Vodafone-Netz.

Das gute Ergebnis sei durch Zuwächse in Schwellenländern und den Vereinigten Staaten möglich geworden, sagte Vorstandschef Arun Sarin. Die haben jetzt die Aufgabe, die Mobilfunkumsätze über das bis März 2007 laufende Geschäftsjahr konzernweit um 5 bis 6,5 Prozent wachsen zu lassen. Denn andere Märkte können da nicht immer mithalten. Dass sich das Geschäft in saturierten Märkten wie Deutschland nicht mehr ganz so prächtig entwickelt, sieht der Konzern auch dem zunehmenden Preisdruck und dem Einfluss der Regulierung geschuldet. Auch die Absenkung der Terminierungsentgelte habe Auswirkungen.

Der Preisdruck schlägt direkt auf die Umsätze durch: Zwar vermittelte Vodafone in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs 15,6 Milliarden Mobilfunkminuten und damit deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (12,8 Milliarden), gleichzeitig ging der Umsatz mit Mobilfunkdiensten um 3 Prozent zurück. Auch der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (ARPU) ist mit 22,30 Euro monatlich auf dem Rückzug (im Vorjahr 24,40 Euro). Immerhin bleibt Vodafone Deutschland nach sechs Monaten bei 4,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,3 Milliarden) Umsatz ein Gewinn von 1,8 Miliarden Euro in der Kasse. (vbr)