Die Besten in den EuroNCAP-Tests 2010
Welche Autos sind am sichersten? 29 Modelle wurden 2010 den Crashtests von EuroNCAP unterzogen. Jetzt hat die Prüfgesellschaft die Gewinner und Verlierer vorgestellt – mit ungewohnten Ergebnissen
- Gernot Goppelt
Brüssel, 28. Januar 2011 – Bis 2009 war im Euro NCAP die Sicherheit eines Fahrzeugs fast ausschließlich darüber definiert, wie es sich im Crashtest schlug. Doch so wichtig dieses Kriterium auch sein mag, barg das Verfahren die Gefahr der Einseitigkeit in sich, weil Sicherheit mehr bedeutet als eine ausgefeilte Karosseriestruktur. Mittlerweile werden auch Kriterien einbezogen, die auf die Unfallvermeidung abzielen, zum Beispiel das ESP. So ist zu einem großen Teil zu erklären, dass der Landwind CV9, eines der im Jahr 2010 getesteten Fahrzeuge, mit einer Zweisterne-Bewertung praktisch durchfiel.
29 Fahrzeuge testete der Euro NCAP vergangenes Jahr, 65 Prozent davon erreichten eine Fünfsterne-Wertung, 2009 waren es noch 90 Prozent der Pkw gewesen. Nach Meinung der Testinstitution, und damit hat sie wohl recht, zeigt dies, dass es aufgrund der neuen Testbedingungen schwieriger geworden ist, die Höchstbewertung zu bekommen. Nun hat der Euro NCAP eine Liste der "Best Performing Cars 2010" veröffentlicht, mit durchaus überraschenden Ergebnissen.
Die Besten in den EuroNCAP-Tests 2010 (13 Bilder)

Überraschende Ergebnisse: Die Gewinner und Verlierer
In der gehobenen Kategorie konnte der BMW 5er glänzen, bei Kompaktwagen der Alfa Romeo Giulietta, bei Kleinwagen der Honda CRZ, bei kleinen SUVs der Kia Sportage und bei Vans der Toyota Verso. Dass so wenige deutsche Hersteller in dieser Liste stehen, hängt auch damit zusammen, dass sie zum Teil nicht im Jahr 2010 getestet wurden, ohne die Verdienste der anderen schmälern zu wollen: Der Golf zum Beispiel steht immer noch weit vorne, interessanterweise aber knapp hinter der Giulietta, die tatsächlich noch etwas besser abschneidet. Das die Entwicklung voranschreitet, zeigt zum Beispiel das Ergebnis des Seat Exeo, der nur auf vier Sterne kommt. Die nicht mehr ganz taufrische Konstruktion, die aus dem alten Audi A4 hervorgegangen ist, kann bei der Crashsicherheit und den Assistenzsystemen nicht mehr ganz mithalten.