Wie Extras den Gebrauchtwagenpreis beeinflussen
Was es nicht für tolle Extras für Neuwagen gibt. Doch beim späteren Verkauf des Gebrauchten macht sich nicht jede Sonderausstattung bezahlt. Die falsche Farbe kann sogar den Wert drücken
- Gernot Goppelt
Hamburg, 11. Februar 2011 – Für viele ist der Kauf eines Neuwagens ein besonderes Erlebnis. Einen Wagen, bei dem man Farbe, Innenraum und Ausstattungsdetails genau so gestalten kann, wie man es wünscht. Allerdings lässt sich mit so manchem Extra der Kaufpreis erheblich nach oben treiben. Deshalb sollte beim Neuwagenkauf auch die Frage gestellt werden: Welches Extra macht sich beim Wiederverkauf bezahlt? Und welche Motorisierung wird den Restwert eher nicht nach oben treiben?
Das richtige Maß
"Die Ausstattung sollte dem Segment entsprechend sein", nennt Jens Nitschke vom Fahrzeugbewerter Eurotax Schwacke eine Grundregel und erläutert: "Also keine übermäßige Ausstattung bei einem Kleinwagen, aber auch keine spartanische bei einem Premium-Mittelklassefahrzeug." Ansgar Klein vom Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) in Bonn nennt Beispiele: "Eine Klimaanlage ist heute eigentlich in allen Fahrzeugklassen ein Muss." Dagegen brauche zum Beispiel ein 1er BMW nicht unbedingt ein Navigationssystem, um als Gebrauchter einen guten Preis zu erzielen – anders als etwa ein BMW X5. "Der Verlust beim Wiederverkauf wäre höher als der Preis für das System", sagt Klein.
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Orientierungspunkt Internet
Eine ähnliche Rechnung muss bei Mittelklasseautos laut Eurotax Schwacke auch für Extras wie Leichtmetallfelgen oder ein Soundsystem aufgemacht werden. Dagegen sind Lederausstattung oder Xenon-Licht zwar bei vielen Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen. Aber in der Mittelklasse könne man noch ohne sie auskommen, ohne den Restwert seines Wagens zu gefährden. Allgemein als Anhaltspunkt raten die Experten dazu, in den Autobörsen im Internet zu stöbern: Extras, die bei einem Großteil der angebotenen Fahrzeuge eingebaut sind, werden bei Gebrauchten meist auch erwartet.