Volvo will Produktion in China stark ausweiten
- Sven-Olaf Suhl
Der schwedische Autohersteller Volvo verlegt seinen Schwerpunkt immer stärker nach China. Ein halbes Jahr nach der Übernahme des Traditionsunternehmens durch den chinesischen Geely-Konzern kündigte Firmenchef Stefan Jacoby jetzt in Peking an, dass 2013 erstmals Volvo-Pkw in einer neuen Fabrik im chinesischen Chengdu vom Band laufen. Bis 2015 wird im Stammland des Mutterkonzerns ein jährlicher Absatz von 200.000 Wagen angepeilt. Der jetzige Volvo-Chef Jacoby stammt aus Deutschland und leitete zuvor das USA-Geschäft von Volkswagen.
Einschränkungen bei den bisherigen europäischen Standorten in Schweden und Belgien, wo im vergangenen Jahr 375.000 Wagen vom Band liefen, soll es nicht geben. "Ich kann ehrlich versprechen, dass es hier keinen Grund zu Unruhe für Arbeitsplätze gibt, im Gegenteil", sagte Jacoby dem schwedischen Rundfunk am Rande einer Pressekonferenz in Peking. Die Einsparungen durch die Produktion in China bezifferte er auf 10 bis 15 Prozent.
Als Auswirkung der Krise der US-Autoindustrie hatte die vormalige Volvo-Mutter Ford die schwedische Pkw-Marke an das international noch unerfahrene chinesische Privatunternehmen Geely verkauft. Gut ein halbes Jahr nach dem Wechsel kündigte der im August von Volkswagen an die Volvo-Spitze gewechselte Jacoby zusammen mit dem Geely-Mehrheitseigner Li Shufu Investitionen über 10 bis 11 Milliarden Dollar (derzeit rund 7,2 bis 8 Milliarden Euro) für die kommenden fünf Jahre an.
Außer dem Bau der Fabrik in Chengdu 1600 Kilometer westlich von Shanghai plant Volvo eine weitere Produktionsstätte in Daqing im nordöstlichen China. Das Unternehmen will sein chinesisches Hauptquartier sowie auch Aktivitäten bei Forschung und Entwicklung in Shanghai ansiedeln.
Der chinesische Volvo-Chef Freeman Sheen meinte dazu: "Unser Technologie-Zentrum in Shanghai wird eine komplette Organisation zur Produktentwicklung auf internationalem Niveau sein." Volvo galt 2010 mit einer Absatzsteigerung von 11,2 Prozent als erfolgreich. Allerdings wurden dabei nur gut 30.000 Wagen in China verkauft. (dpa) (ssu)