RealNetworks verzeichnet Rekordumsatz und Gewinnanstieg
Im zweiten Quartal konnte der Streaming-Spezialist einen Umsatz von 82,6 Millionen US-Dollar und einen Nettogewinn von 4,7 Millionen US-Dollar verbuchen. Die ĂśberschĂĽsse stammen zum Teil aus dem Verkauf von Anteilen an MusicNet.
Der als Anbieter des Realplayer bekannt gewordene Spezialist für Audio- und Videostreaming RealNetworks hat positive Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal vorgelegt. Demnach konnte das Unternehmen aus Seattle einen Rekordumsatz von 82,6 Millionen US-Dollar und einen Nettogewinn von 4,7 Millionen US-Dollar verbuchen. Im gesamten ersten Halbjahr 2005 betrug der Umsatz 159,2 Millionen US-Dollar, und der Gewinn belief sich auf 5,5 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen bestätigte zudem seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2005 im Bereich zwischen 323 und 333 Millionen US-Dollar. RealNetworks erwartet für das dritte Quartal einen Überschuss von rund 8 Millionen US-Dollar.
Im vergangenen Jahr hatte RealNetworks noch Verluste eingefahren, im zweiten Quartal 2004 waren es über 4,6 Millionen US-Dollar. Für die Wende zum Positiven sorgte zum einen der Verkauf von Anteilen an MusicNet, die als Plattform für digitale Musik 1999 von Bertelsmann, EMI Music, RealNetworks, Sony Music Entertainment und Time Warner in die Welt gesetzt worden war. Den Verkaufserlös von MusicNet gibt RealNetworks mit rund 7,6 Millionen US-Dollar an. Dem standen im zweiten Quartal 2005 Werbeausgaben von rund 6,5 Millionen US-Dollar für RealNetworks neue, eigene Musikplattform Rhapsody gegenüber. Diese verspricht Zugang zu mehr als einer Million Musiktiteln und über 80 werbefreien Radiosendern.
Ein Beleg für die wichtige Rolle von Rhapsody in der Unternehmensstrategie von RealNetworks ist der Kundenzuspruch. Unter den insgesamt rund zwei Millionen zahlenden Kunden von RealNetworks befinden sich nach Unternehmensangaben inzwischen 1,15 Millionen Musikabonnenten -- was den Strategiewandel während der inzwischen zehnjährigen Firmengeschichte unterstreicht. In einem Medienbericht anlässlich der Vorlage der Quartalsergebnisse wird RealNetworks-CEO Rob Glaser mit der Einschätzung zitiert, dass sich sein Unternehmen inzwischen fraglos in einen Dienstleister verwandelt habe.
Die Aussichten von RealNetworks, die den Hersteller von Handyspielen MrGoodliving im Mai aufkauften, könnten durch juristische Auseinandersetzungen mit Microsoft getrübt werden, die seit Ende 2003 anhängig sind. Allein für das zweite Quartal 2005 bezifferte RealNetworks die Verfahrenskosten auf 4,7 Millionen US-Dollar. Laut einem US-Bericht schätzt RealNetworks-CEO Rob Glaser die Dauer des Rechtsstreits auf drei Jahre. Derzeit, also in der Mitte dieses angenommenen Zeitraums, stehe seine Firma gut da und auch das Verfahren zwischen den streitenden Parteien mache Fortschritte. (ssu)