US-Unterhaltungsindustrie startet Initiative gegen Tauschbörsen an Unis
In Briefen an 25 Hochschulen fordern Interessenverbände der Musik- und Filmindustrie dazu auf, die unerlaubte Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials über lokale Campus-Netze zu unterbinden.
Die Interessenverbände der Unterhaltungsindustrie MPAA und RIAA haben eine Initiative gestartet, um der unerlaubten Verbreitung von digitalen Filmen und Musikstücken in lokalen Netzwerken US-amerikanischer Hochschulen beizukommen. Die Motion Picture Association of America (MPAA) und die Recording Industry Association of America (RIAA) haben laut Mitteilung (PDF-Datei) Briefe an 40 Universitäten in 25 Bundesstaaten verschickt, in denen diese auf die Problematik der "LAN-Piraterie" auf ihrem Gelände hingewiesen und dazu aufgefordert werden, diese sofort zu stoppen.
Der US-Unterhaltungsindustrie macht offenbar zu schaffen, dass Studenten Programme wie Direct Connect (DC++), MyTunes und OurTunes nutzten, um untereinander digitale Kopien zu tauschen, ohne auf das Internet zugreifen zu müssen. Die Sicherheit und Abgeschiedenheit der Hochschulnetze ließen bei vielen Studenten keine Bedenken wegen ihrer "illegalen Aktivitäten" aufkommen, schreiben die beiden Verbände. Die Administratoren sollen die Nutzung der Netzwerke überwachen und Software einsetzen, um illegal verbreitete Inhalte zu filtern und zu blockieren.
Eine ähnliche Aktion hatten die Verbände bereits im Oktober 2002 gestartet, als sie US-Universitäten darauf hinwiesen, ihre Netzwerke würden zunehmend für Urheberrechtsverletzungen genutzt. Nachdem die Musikindustrie im März 2003 Warnungen aussandte, verklagte sie im April darauf vier Studenten, da sie den Austausch urheberrechtlich geschützten Materials ermöglicht haben sollen. Nun kündigt RIAA-Präsident Cary Sherman an, das Augenmerk im nächsten Jahr stärker auf "LAN-Piraterie" richten zu wollen. Die Problematik sei nicht neu. Es habe sich aber in der Vergangenheit gezeigt, dass sich durch Öffentlichkeitsarbeit etwas ändern kann. (anw)