Sprit aus Halmen

Mit Hilfe zweier gentechnisch veränderter Bakterienarten wollen US-Forscher Biobutanol produzieren, das eine höhere Energiedichte als das umstrittene Bioethanol hat.

vorlesen Druckansicht 94 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Noch immer meiden deutsche Autofahrer das so genannte E10-Benzin, dem 10 Prozent Bioethanol beigemischt sind. Als Alternative zu Bioethanol gelten zellulosebasierte Biokraftstoffe aus Pflanzenresten, deren Herstellung bislang aber nicht effizient genug ist. James Liao, Molekularbiologe von der University of California in Los Angeles (UCLA) hat nun mit seiner Gruppe neue Verfahren entwickelt, die den Zellulose-Kraftstoffen einen entscheidenden Schub auf dem Weg zur industriellen Marktreife geben könnten, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die Wissenschaftler lassen Bakterien Butanol aus Pflanzenresten produzieren. Butanol hat eine höhere Energiedichte als Ethanol. "Aber auch hier gibt es das Problem, dass zu viele Nahrungspflanzen für eine Gallone davon draufgehen", meint Jeremy Martin von der Union of Concerned Scientists (UCS). Bislang wird nämlich auch Biobutanol vor allem aus Maisstärke gewonnen – mit der Folge, dass große Ackerflächen dem Anbau von essbaren Getreiden entzogen werden.

Liaos Gruppe hat für die Butanol-Produktion maßgeschneiderte Gene in das Bakterium Clostridium cellulolyticum einfügt. Die Mikrobe kommt üblicherweise in kompostiertem Gras vor und baut die Zellulose in den Halmen ab. Als Nächstes wollen die Forscher die genetischen Veränderungen auf eine schneller wachsende Variante von Clostridium oder einen vergleichbaren Mikroorganismus übertragen. Liaoo schätzt, dass er die Einzeller-Biofabrik in zwei Jahren so weit hat, dass die Industrie mit ihr in die Produktion gehen kann.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)